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Die Beziehung zwischen Yoga Immersion, psychologischem Wohlbefinden und psychiatrischer Symptomatik

Hintergrund: Wie durch zahlreiche Studien belegt werden konnte, zeigt sich ein signifikant positiver Zusammenhang zwischen dem Praktizieren von Yoga, als eine Form der spirituellen Übung und verschiedenen Parametern von psychischer als auch physischer Gesundheit.

Methode: Basierend auf einem konstruktpsychologischen Ansatz der Persönlichkeit wurde eine Skala zur Messung der Vertiefung (Immersion) in die Yoga-Lehren erstellt und an einer Stichprobe 233 (210 Frauen) non-klinischer ProbandInnen im Kontext verschiedener sozio­demographischer und etablierter psychometrischer Parameter zum psychischen Wohlbefinden und psychiatrischer Symptome validiert. Des Weiteren wurden die Yogapraktizierenden mit einer Kontrollgruppe bestehend aus 93 Gymnastikpraktizierenden (83 Frauen) hinsichtlich jener Parameter verglichen.

Ergebnisse: Das Ausmaß der Yoga Immersion (YI) kann mit Hilfe einer eindimensionalen YI-Skala (10 Items) hoch zuverlässig erfasst werden und zeigt sich mit Achtsamkeit (r = ,56; p < ,01), innerer Korrespondenz (r = ,61; p < ,01) und religiös/spirituellem Wohlbefinden (r = ,68; p < ,01) als stark positiv korreliert. Des Weiteren zeigten hoch Yoga-immersive Praktizierende ein signifikant höheres Ausmaß an psychologischem Wohlbefinden im Vergleich zu marginal/moderat Yoga-Immersiven und Gymnastikpraktizierenden. Auch ergab sich für die Yoga-Gruppe ein geringeres Ausmaß an psychiatrischer Belastung (z. B. Depressivität; p < ,01).

Schlussfolgerungen: Der allgemein positiv postulierte Zusammenhang zwischen Yoga und psychischer Gesundheit konnte bestätigt werden. Hierbei kommt dem Grad der YI eine zentrale Bedeutung zu. Weiterführende Forschung zur YI im Kontext verschiedener Parameter von psychischer als auch körperlicher Gesundheit und Krankheit könnte durch randomisiert-kontrollierte Studien vor allem mit klinischen Gruppen passieren.

Summary

Background: In recent years positive effects of Yoga (as a kind of spiritual exercise) in regards to subjective well-being and physical health can be found as well documented in the literature.

Method: Based on a construct-psychological approach a newly developed scale for the assessment of Yoga involvement (immersion) was validated on a sample of 233 non-clinical subjects (210 females) by means of socio-demographic and well established psychometric parameters of psychological well-being and psychiatric symptoms. Furthermore, the group of yoga practitioners was compared with a control group consisting of 93 gymnastics practitioners (83 women) with respect to these parameters.

Results: The amount of Yoga Immersion (YI) can be reliably assessed by means of the one-dimensional YI-scale (10 items) and shows to be strongly correlated with Mindfulness (r = .56; p < .01), Inner Correspondence (r = .61; p < .01) and Religious/Spiritual Well-being (r = .68; p < .01). Furthermore highly yoga-immersive practitioners exhibited a significant higher amount of psychological well-being (p < .01) compared to marginally/moderately yoga-immersive and gymnastics practitioners. The Yoga-group also showed a lower amount of psychiatric symptoms (e.g. depression; p < .01).

Conclusions: The globally postulated positive relationship between Yoga-practicing and mental health could be confirmed; thereby the impact of YI can be assumed as central. Further randomized controlled trial research focusing on the health/disease-related aspects of YI might be conducted especially in clinical groups.

Lisza Gaiswinkler, PD DDr. Human Friedrich Unterrainer, Andreas Fink, Hans-Peter Kapfhammer, Neuropsychiatrie 1/2015

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