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Angststörungen II. Der Angst auf der Spur

Neuropeptid Galanin schützt vor Angststörungen. 

Angststörungen treten bei deutlich mehr als 10 % aller Er wachsenen auf. Neben Umweltfaktoren werden genetische und neurobiologische Faktoren als Ursachen angesehen, gibt es doch eine Vielzahl an Neurotransmittern und Neuropeptiden, die an der zerebralen Steuerung von Ängstlichkeit und Furcht beteiligt sind. Nun ist es der Forschungseinheit für Translationale Neurogastroenterologie am Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie der Medizinischen Universität Graz gelungen, für das Neuropeptid Galanin eine wichtige Rolle bei der Steuerung von Angst nachzuweisen. Dieses Neuropeptid kommt in spezifischen Regionen des Hirnstamms, Hypothalamus und limbischen Systems vor. Neurophysiologisch wirkt es vor allem als inhibitorischer Neuromodulator, wobei 3 verschiedenen Typen von Galanin-Rezeptoren beteiligt sind.

Dr. Aitak Farzi konnte jüngst nachweisen, dass Knockout des Galanin-3- Rezeptors im Tiermodell eine Angststörung hervorruft [1]. In Zusammenarbeit mit dem Laura Bassi Centre THE-RAPEP der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg fand Farzi, dass Galanin-3-Rezeptor-Knockout- Modelle in zahlreichen Verhaltenstests eine erhöhte Ängstlichkeit aufwiesen. Außerdem zeigte sich ein eingeschränktes Sozialverhalten, wie dies oft bei Angststörungen der Fall ist. Da keine anderen neurobiologischen Auffälligkeiten zu bemerken waren, kann Galanin und dem Galanin-3-Rezeptor eine spezifische Bedeutung bei der Steuerung von Angst zugeordnet werden. Diese Befunde lassen vermuten, dass eine Unterfunktion des Galanin-Systems ursächlich an Angststörungen beteiligt ist. 

Quelle: MedUni Graz

1 Fazi A et al.: Proc Natl Acad Sci USA 2014;111(19):7138– 7143

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