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Subjektivität versus Intersubjektivität

In den letzten Jahrzehnten kam es durch den Einfluss der Sozialphilosophie und insbesondere der Bindungs- und Säuglingsforschung zu einem Wandel von einer intrapsychischen Sichtweise zu einem intersubjektiven Verständnis und zwar sowohl was die frühen Entwicklungsprozesse betrifft wie auch der therapeutischen Situation. Das Konzept Freuds, eines „primären Narzissmus“, demzufolge der Säugling als monadisches und triebgesteuertes Wesen betrachtet wird, wurde durch das Konzept des „kompetenten Säuglings“ (Dornes) abgelöst, der von Beginn an prädestiniert ist, Interaktionen mit den Bezugspersonen aufzunehmen. Allerdings reicht die Theorie einer dyadischen Struktur für die Darstellung der Entwicklung des Selbst sowie für die Erklärung der therapeutischen Beziehung nicht aus, da sich die Interaktionteilnehmer in einem sozialen und sprachlichen Kontext, in einer „symbolischen Ordnung“ (Lacan) bewegen, die als dritte Dimension zu berücksichtigen ist. Vernachlässigt wird dabei auch die Andersartigkeit, die „Alterität“ des Anderen, die nicht in der Theorie der Intersubjektivität aufgeht.

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