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Sensation Seeking, Traumaerleben und Bewältigungsstrategien: eine empirische Untersuchung an Einsatzkräften

Diese Untersuchung setzt sich mit Sensation Seeking bei Einsatzkräften auseinander. Von Interesse sind in diesem Zusammenhang die Ausprägungen dieses Merkmals bei Einsatzkräften und wie dieses auch mit für Einsatzkräften relevanten Konstrukten zusammenhängt. Ziel dieser Untersuchung ist es herauszufinden, ob Traumerleben und Sensation-Seeking zusammenhängen und in wie weit Stressbewältigungsstrategien diesen Zusammenhang beeinflussen.
Gegenstand der Untersuchung sind Feuerwehrleute und Rettungsdienstmitarbeiter. Zur Erhebung des Sensation Seekings wurde die „Sensation-Seeking-Scale – Version 5“ (SSS-V) und das „Arnett-Inventory-of-Sensation-Seeking“ (AISS-D) eingesetzt. Das Traumerleben wurde mit der „Post-traumatic-Stress-Diagnostic-Scale“ (PDS) und die Bewältigungsstrategien mit der Kurzversion des Stressverarbeitungsfragebogens (SVF-78) erhoben.
Es hat sich gezeigt, dass sich die Untersuchungsgruppe von der Kontrollgruppe hinsichtlich der Subskalen „Thrill and Adventure Seeking“ (TAS) und „Experience Seeking“ (ES) unterscheidet. Sensation Seeking und die Gesamtskala für das Traumaerleben korrelieren nicht statistisch signifikant. Eine tendenziell signifikante Korrelation lässt sich zwischen ES und der Subskala „Vermeidung“ finden. Es lassen sich einige signifikant positive Zusammenhänge zwischen AISS-D sowie Subskalen des SSS-V und Bewältigungsstrategien errechnen. Die Berechnung von Partial-Korrelationen zeigt nur geringe Zusammenhange zwischen Sensation Seeking und Traumaerleben unter Berücksichtigung der Bewältigungsstrategien als Kontrollvariable.
Da die Messgenauigkeit der Erhebungsinstrumente zur Erfassung von Sensation Seeking nicht den Mindestanforderungen Rechnung trägt, müssen die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden. Ungeachtet dessen zeigt sich, dass Einsatzkräfte häufiger nach Abenteuer und Nervenkitzel und die Kontrollgruppe eher nach sinnlichen und spirituellen Stimulationen suchen. Es konnten keine Hinweise dafür gefunden werden, dass Sensation Seeking einen protektiven Faktor für posttraumatischen Stress und die einhergehenden Symptome darstellt. Allerdings ließen sich Hinweise finden, dass Sensation Seeking mit Bewältigungsstrategien zusammenhängt, mit denen erfolgreich Stress bewältigt werden kann.

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