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Auf dem Weg zum DSM 5 – Beurteilungsmethoden für Persönlichkeitspathologien in psychoanalytischen und sozialpsychiatrischen Behandlungsverläufen

HINTERGRUND: Die Konzeptualisierung und Behandlung von Persönlichkeitspathologien sind hauptsächlich an Theorien angelehnt. Die verbreitete, aber atheoretische kategoriale Einteilung der Persönlichkeitsstörungen führt zu ungenauen Diagnosen und wird demzufolge von Wissenschaftlern und Klinikern scharf kritisiert. Es existiert bereits ein Konsensus über die Einführung einer dimensionalen Klassifikation von Persönlichkeitsstörungen in der kommenden Ausgabe der DSM (DSM 5), bei dem Patienten nach ihren Charaktermerkmalen, Abwehrmechanismen und dem interpersonellen Verhalten beurteilt werden. Die Grundlagen (theoretisch oder empirisch) für dieses Klassifikationssystem werden noch diskutiert. Diese Studie präsentiert Instrumente, die sowohl auf theoretischen als auch empirischen Überlegungen beruhen. ZIEL: Die Testung inwieweit psychodynamische Instrumente bei den Messungen von Persönlichkeitsänderungen auch bei stationären psychiatrischen Patienten aussagekräftig sind. METHODEN: Zwei Gruppen von Patienten wurden mittels Korrelation der Persönlichkeitspathologie an einander abgestimmt und schließlich verglichen (Durchschnittlicher Beobachtungszeitraum 20 ± 11 Tage): eine Gruppe war in ambulanten psychoanalytischen (n = 10; Durchschnittsalter 36 ± 11), die andere in stationären psychiatrischen Behandlungen (n = 10; Durchschnittsalter 27 ± 6). Die Patienten wurden mittels psychodynamischer Instrumente, die Änderungen in der Objektbeziehungsqualität (QORS) und affektiven Regulation und Erleben (AREQ) messen, beurteilt. Um Rückschlüsse auf die entsprechenden Änderungsmechanismen zu ziehen, wurde der Einfluss der therapeutischen Beziehung beurteilt, gemessen mittels Instrumenten, die die Übertragung (PRQ) und Gegenübertragung (CTQ) erfassen. ERGEBNISSE: Die vorher erwähnten Instrumente zeigten sich sowohl für Patienten in psychoanalytischer Behandlung als auch für psychiatrische Patienten passend. Charakteristische Entwicklungen in den unterschiedlichen therapeutischen Verfahren waren evident. Bei beiden Verfahren war eine positive Arbeitsallianz für den therapeutischen Erfolg entscheidend. CONCLUSIO: Die hier vorgestellten psychodynamischen Instrumente zeigten sich in der Messung von Persönlichkeitspathologien bei psychiatrischen Patienten effektiv und erwiesen sich für Kliniker im Rahmen des Indikations- und Überweisungsprozesses von stationären zur ambulanten Therapie als hilfreich. Da Komponenten solcher Beurteilungsmethoden für die DSM 5 berücksichtigt werden, wird deren praktischer Nutzen in dieser Studie präsentiert.

Henriette Löffler-Stastka, Matthias Bartenstein, Golda Schlaff, Wiener klinische Wochenschrift 9/10/2011

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