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Ausbildungsklima an medizinischen Hochschulen: Die Motivation von Medizinstudenten, ihre Karrierevorstellungen und ihre Wahrnehmung der Vorbildwirkung der Lehrenden

HINTERGRUND: Um das Klima der Ausbildung an einer medizinischen Universität zu erfassen, untersuchten wir bei Studenten die Motivation zum Studium, die Bedeutung ihrer persönlichen Charakteristika für den Erfolg in Studium und Beruf, sowie ihre Beurteilung der persönlichen und beruflichen Charakteristika der Lehrer sowie ihre Vorlieben bezüglich der zukünftigen medizinischen Karriere.

METHODEN: Es wurden alle Studenten, die sich für ihr folgendes akademische Jahr (1. – 6. Studienjahr, n = 738) an der medizinischen Universität Zagreb, Kroatien, anmeldeten, erfasst. Von diesen antworteten 482 (= 65 % Response Rate) auf alle Fragen. Diese bilden die Grundlage der Studie.

ERGEBNISSE: Sowohl die Studenten der Vorklinik als auch die der Klinik empfanden ihre Lehrer als eher formell, autoritär, pünktlich, gut vorbereitet und die Hierarchie respektierend. Ähnliche formale Charakteristika schienen den Studenten für einen Erfolg in ihren Studien und im medizinischen Beruf wichtig. Die stärkste Motivation zum Studium war bei allen Studenten unabhängig vom Studienjahr die Erfüllung der Aufgabe (Abschluss des Studiums). Die meisten Studenten strebten eine Karriere in praktizierender klinischer Medizin an, mit (n = 160; 33,2 %) oder ohne (n = 207; 42,9 %) Engagement in klinischer Forschung. Einige wenige (n = 3; 0,6 %) wollten biomedizinische Grundlagenforschung betreiben. Eine akademische Karriere wurde von 23,5 % (n = 112) der Studenten angestrebt. Die Wahl für eine akademische Karriere war mit dem durchschnittlichen Studienerfolg (odds ratio (OR) = 1,75, 95 % Konfidenz Intervalll (CI) = 1,10–2,88) korreliert, wie auch mit höherer Punkteanzahl für Motivation bezüglich Fortkommen im Beruf (OR = 1,72; 95 % CI = 1,12 – 2,63) und in der akademischen Karriere (OR = 1,58; 95 % CI = 1,17 – 2,14).

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Medizinstudenten empfinden formale Charakteristika und persönliche Interessen als dominante Aspekte des Ausbildungsklimas an einer medizinischen Universität. Ihre Motivation liegt zumeist im Streben nach dem Abschluss des Studiums. Der Wechsel in Richtung eines Klimas mit mehr Sensibilität für soziale Aspekte und für ein der Gesellschaft nützliches Verhalten verlangt vielleicht ein Abgehen vom Frontalunterricht in Richtung einer interaktiven Lehre mit persönlicher Beziehung zwischen Lehrern und Studenten.

Ana Pangerčić, Dario Sambunjak, Darko Hren, Matko Marušić, Ana Marušić, Wiener klinische Wochenschrift 7/8/2010

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