zur Navigation zum Inhalt
 
Physikalische Medizin/Rehab 12. September 2014

Ambulanter Entzug

Die Kooperation zwischen Apotheker und Hausarzt ist beim ambulanten Entzug von Benzodiazepin-abhängigen Patienten gefragt.

Benzodiazepine und die Z-Drugs (Zopiclon und Zolpidem) sind wirksame und sichere Arzneimittel zur Behandlung von Angstzuständen, Unruhe und Schlafstörungen. Bei längerfristiger Anwendung führen sie jedoch – meist unbemerkt – zur Gewöhnung in Form einer psychischen Abhängigkeit und meist Niedrigdosisabhängigkeit. Zudem steigt das Risiko für unerwünschte Wirkungen, wie z. B. Sturzgefahr aufgrund der muskelrelaxierenden Wirkung sowie der verminderten Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit.

Hilfestellung und Beratung

Apotheker sind verpflichtet, einem erkennbaren Arzneimittelmissbrauch in geeigneter Weise entgegenzutreten. Gleichzeitig wollen und dürfen Apotheker die ärztliche Therapiefreiheit nicht beeinträchtigen. Ein von Apothekerseite initiiertes Modellprojekt in Deutschland widmete sich der Bewusstseinsbildung hinsichtlich Abhängigkeit von Beruhigungsmitteln, da das Phänomen mit schätzungsweise 1,2 Millionen Betroffenen offensichtlich beträchtlich ist. Viele sind älter als 70 Jahre. Da ihnen die unerwünschten Wirkungen nicht bekannt sind, bzw. sie diese nicht in Zusammenhang mit ihrer Medikation bringen, ist davon auszugehen, dass die Mehrzahl von ihnen die Daueranwendung nicht kritisch sieht. Bestehende Hilfsangebote, wie z. B. suchttherapeutische Einrichtungen, werden von den Betroffenen nur in sehr geringem Umfang wahrgenommen. Die niederschwellige Beratung und Hilfestellung durch Arzt und Apotheker stellt daher einen praktikablen Ansatz dar.

Apotheker Plus berichtet in der kommenden Ausgabe ausführlicher über das Projekt und die Ergebnisse.

Quelle: abda

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben