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Physikalische Medizin/Rehab 11. Februar 2014

Frisch aus dem Bett und ab zur Reha

Erfolgskonzept der „Blutigen Rehabilitation“.

Die übliche Wartezeit nach einer Operation bis zur Aufnahme in ein Reha-Zentrum beträgt in Österreich durchschnittlich sechs bis acht Wochen. In der häuslichen Pflege erhalten die Patienten häufig wochenlang keine optimale Rehabilitation.

Im Unterschied dazu wird beim Konzept des Anschluss-Heilverfahrens (Blutige Rehabilitation) direkt nach dem stationären Aufenthalt im Akutspital mit dem Heilverfahren im Rehabilitationszentrum begonnen. In Österreich wird diese Art der Rehabilitation derzeit noch viel zu selten angeboten, obwohl sie Schmerzen, Zeit und Kosten spart.

Steiniger Weg zum Reha-Aufenthalt

„Rehabilitation zu Hause ist echte Schwerarbeit“, berichtet Sabine Waste, Gründerin des gemeinnützigen Bildungsvereins „help 4 you company“. Nach mehreren orthopädischen Eingriffen weiß sie aus eigener Erfahrung wie beschwerlich die Zeit bis zur Behandlung in einer Reha-Klinik sein kann.

Nach einer Operation ist man geschwächt, leidet an Schmerzen und ist mit eingeschränkter Mobilität konfrontiert. Oft fehlen die häuslichen Einrichtungen, beispielsweise im Badezimmer, die häufig nicht an die eingeschränkten körperlichen Bedürfnisse der Patienten angepasst sind. Durch die Frührehabilitation wird dem Patienten eine rasche Rückkehr ins „normale Leben“ ermöglicht. „Die Frührehabilitation ist dabei ein ideales Instrument, um vor allem jüngere Patienten nach orthopädischen Operationen rasch wiederherzustellen und ihnen die Arbeitsfähigkeit sowie die Selbstständigkeit zurückzugeben“, erklärt Primar Dr. Peter Zenz, Leiter der Orthopädie im Wiener Otto Wagner Spital, anlässlich einer Podiumsdiskussion im Waldsanatorium Perchtoldsdorf.

Wissenschaftlich fundierte Daten untermauern darüber hinaus bessere Langzeitergebnisse. Krankenanstalten profitieren von der kürzeren Verweildauer der Patienten, wodurch schneller notwendige Kapazitäten verfügbar werden. Beträgt der durchschnittliche Aufenthalt im Spital nach unkompliziertem postoperativen Verlauf zwischen sechs und zehn Tagen, so verkürzt sich bei der Blutigen Rehabilitation die Aufenthaltsdauer im Akutspital auf fünf bis sechs Tage. Aus gesellschaftlicher Sicht führt die Frührehabilitation daher zu einer verkürzten Krankenstandsdauer und dadurch zu einer Kostenreduktion.

Anschluss-Heilverfahren im Waldsanatorium Perchtoldsdorf

Ein erfolgreiches Beispiel für das Anschluss-Heilverfahren bietet das Waldsanatorium Perchtoldsdorf, welches zur Dr. Dr. Wagner-Gruppe gehört und im Bereich der Orthopädie angewandt wird. Als einziges Rehazentrum Österreichs verfügt das Waldsanatorium über Ärzte der vier Fächer: Innere Medizin mit dem Zusatzfach Rheumatologie, Orthopädie, Physikalische Medizin und Unfallchirurgie. Die Betreuung durch das Ärzteteam, das vielfältige diagnostische und therapeutische Angebot sowie diätetische Maßnahmen unterstützen die Patienten beim Erreichen ihrer Therapieziele. Schmerzfreiheit, Verbesserung der Beweglichkeit, muskuläre Kräftigung, Verbesserung der Ausdauerleistungen sowie die Vermeidung und Verhinderung der Pflegebedürftigkeit sind dabei die wichtigsten zentralen Faktoren. „Die zahlreichen Erfolgsbeispiele bei Selbstzahlern sind garantiert eine Motivation, das österreichische Gesundheitssystem in Richtung Blutige Rehabilitation zu entwickeln“, betont der Ärztliche Leiter des Waldsanatoriums, Prof. Dr. Klaus Machold.

Die tadellose Zusammenarbeit zwischen Akutkrankenanstalten und Rehabilitationseinrichtungen seien für den größtmöglichen Rehabilitationserfolg der Patienten unerlässlich. Die Blutige Rehabilitation steht und fällt mit dem Vertrauen zwischen Operateur und Rehabilitationsmediziner. „Aus Sicht der Therapeuten ist die Arbeit mit den Reha-Patienten besonders reizvoll und herausfordernd“, erzählt die Therapie-Leiterin des Waldsanatoriums, Lysann Pförtsch.

Interessantes Detail am Rande: Die private Reha entwickelt sich zum Exportschlager. Patienten aus dem Arabischen Raum oder China sind ebenso immer häufiger im Waldsanatorium anzutreffen wie Schweizer und Deutsche.

Quelle: Podiumsdiskussion „Blutige Rehabilitation“; Perchtoldsdorf, 23. Jänner 2014

M. Strausz, Ärzte Woche 7/2014

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