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Pflege 30. November 2016

Ethik im Fokus

Immer mehr wird im Bereich der Medizin und Gesundheit technisch machbar — immer weiter werden Grenzen hinausgeschoben: Bis zu welchem Alter soll Frauen die künstliche Befruchtung möglich sein? Welche Untersuchungen sollen erlaubt werden, um Krankheiten in der Schwangerschaft zu entdecken — und mit welchen Konsequenzen? Welche Maßnahmen sollen am Lebensende noch ergriffen werden, um die Organe weiter zu unterstützen? Welche Maßnahmen werden erlaubt — und wer entscheidet darüber — um ein Leben aktiv zu beenden? Der Großteil der Fragen beschäftigt sich mit dem Beginn und dem Ende des Lebens. Sie haben viel mit dem Wertesystem einer Gesellschaft zu tun und die Antworten können dementsprechend unterschiedlich sein. Aber während sich das öffentliche und fachliche Interesse um den Fortschritt, um Erfolge in der Krankheitsbekämpfung und auch um die Qualität der Wissenschaft fokussiert, spielen sich die Diskussionen über die moralische Komponente dieser Fortschritte meist an Nebenfronten ab oder werden an Einzelfällen aufgebauscht — um dann bald wieder zu verebben. Eine kontinuierliche Begleitung und Reflexion im Sinne von ethischen Grundlagen findet im Arbeitsalltag jedenfalls nicht flächendeckend und — noch — nicht selbstverständlich statt.

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