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Pflege 14. Juli 2016

Mehr Mitsprache bei Kontinenzprodukten

Lebensqualität und Zufriedenheit der Betroffenen lässt sich steigern

Etwa vier bis acht Prozent der Bevölkerung leiden unter Inkontinenz. Dennoch ist das Problem nach wie vor ein Tabuthema und schränkt die Lebensqualität der Betroffenen massiv ein. Ein besseres Verständnis und die Einbindung der Patienten in die Produktauswahl könnte die Zufriedenheit deutlich erhöhen. Allerdings: Es besteht Nachholbedarf, wie eine kürzlich veröffentlichte Nutzerbefragung des Global Forum on Incontinence (GFI) zeigt.

Bereits im vergangenen Jahr stellten acht führende europäische Patientenorganisationen sechs Empfehlungen auf, die die Versorgung von Menschen mit Inkontinenz verbessern könnten. So müsse die Kontinenzpflege als Menschenrecht anerkannt werden, um Betroffenen ein unabhängiges und würdevolles Leben zu ermöglichen, das Bewusstsein und das Verständnis für Inkontinenz unter Betroffenen und pflegenden Angehörigen müsse gesteigert und die Information über Inkontinenz und Kontinenzpflege verbessert werden. Auch die stärkere Einbeziehung von Menschen mit Inkontinenz in die Produktauswahl stellte eine der Empfehlungen dar. Die Ergebnisse der nun präsentierten europaweiten Studie bestätigen die Wichtigkeit dieser Komponente, zeigen aber auch, dass derzeit 25 Prozent der Befragten die von den Vertragspartnern der Krankenkassen zur Verfügung gestellten Inkontinenz-Produkte als ungeeignet empfinden, um aktiv am Alltag teilzunehmen. 43 Prozent hatten das Gefühl, die Produkte eigneten sich nicht, um sie während der Arbeit zu tragen. 41 Prozent fühlten sich von den Inkontinenz-Produkten im Schlaf gestört. Fast 40 Prozent bemängelten, dass sie keinen Einfluss auf die Produktauswahl hätten. 75 Prozent gaben an, dass sie zusätzliche Produkte aus eigener Tasche bezahlen müssen. Fazit: Damit Menschen mit Inkontinenz ein unabhängiges und würdevolles Leben führen können, müssen sie stärker in die Auswahl ihres Inkontinenz-Produkts einbezogen werden.

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