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Pflege 14. Oktober 2014

„Dass ich süchtig werde, ist mein geringstes Problem“

Schmerz als ethische Herausforderung für Ärzte und Pflege

„Schmerzfreiheit — mehr will ich nicht haben“, sagt eine Tumorpatientin. Chronischer Schmerz radikalisiert die menschliche Grundsituation und lässt Verletzlichkeit, Abhängigkeit und Angewiesenheit offenkundig und direkt zutage treten. Schmerzbekämpfung wird damit zur Priorität.

Schmerz ist ein Phänomen, das sich durch eine spezifische Doppeldeutigkeit und Mehrdimensionalität auszeichnet: Doppeldeutig , weil der akute Schmerz, wie keine andere Empfindung, die Gewissheit des Leibseins und Subjektseins gibt und damit eine biologisch sinnvolle Warnfunktion besitzt. Schmerz als existenzielle Erfahrung weist Betroffene, aber auch auf ihre Unfreiheit, Vergänglichkeit und Ohnmacht hin (Buytendijk 1948, 132). Hält der Schmerzreiz über längere Zeit an oder kehrt er immer wieder, so verliert der Schmerz seine Warnfunktion und erlangt einen eigenen Krankheitswert.

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