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Pflege 1. Mai 2009

Die Einstellung medizinischer Hochschullehrer gegenüber der Wissenschaft und ihre Motivation zu Forschungstätigkeit

HINTERGRUND: Forschung ist ein wichtiger Motivationsfaktor für die Verfolgung einer Karriere in der akademischen Medizin, jedoch ist die Beziehung zwischen der Motivation und anderen Faktoren die mit wissenschaftlicher Forschung verbunden sind, nicht klar. ZIEL: Wir haben die Motivation zur Forschungstätigkeit und ihr Verhältnis zu der Haltung gegenüber Wissenschaft und der Publikationspraxis an einer medizinischen Fakultät untersucht. METHODEN: Mit Hilfe zweier Fragebögen – "Science Attitudes Survey" und "Work Preference Inventory" (4 Likert-Skalen, 5-stufig) – wurden zwei Gruppen der Lehrer der medizinischen Fakultät in Zagreb, Kroatien (n = 327, 66% Antwortquote) befragt. In der ersten Gruppe waren Professoren (n = 150), und in der zweiten Instruktoren/Assistenten vor oder unmittelbar nach Abschluss ihrer Dissertation (n = 177). STUDIENERGEBNISSE: Einheitlich hatten die Befragten die höchsten Ergebnisse bei der "Enjoyment"-Subskala der intrinsischen Motivation (Mittelwert ± Standardabweichung 4.3 ± 0.42 für Professoren vs. 4.1 ± 0.42 für Instruktoren/Assistenten, P = 0.001, t-Test). Die Professoren hatten höhere Ergebnisse als die Instruktoren/Assistenten bei dem "Challenge"-Teilaspekt der intrinsischen Motivation (3.8 ± 0.55 vs. 3.5 ± 0.64, P < 0.001, t-Test). Der "Compensation"-Teilaspekt der extrinsischen Motivation war deutlich höher bei der Gruppe der Instruktoren/Assistenten (3.5 ± 0.74 vs. 3.1 ± 0.71, P < 0.001, t-Test). Die multiple lineare Regression ergab eine positive Assoziation der Anzahl der Publikationen zu der Haltung zur Wissenschaft und zum "Challenge"-Teilaspekt der intrinsischen Motivation und eine negative Assoziation zum "Compensation"-Teilaspekt der extrinsischen Motivation. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Mitglieder der medizinischen Fakultät unterscheiden sich in ihrer Motivation zur Forschungstätigkeit abhängig von ihrem akademischen Status. Die Motivation ist stärker mit den Anforderungen einer akademischen Karriere als mit der Forschung selbst assoziiert. Diese Befunde sind für die Entwicklung von Strategien wichtig, die die universitäre wissenschaftliche Produktivität fördern sollen.

Mario Cvek, Darko Hren, Dario Sambunjak, Mislav Planinc, Maja Mačković, Ana Marušić, Matko Marušić, Wiener klinische Wochenschrift 7/8/2009

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