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1. April 2006

Gender-Aspekte in der Psychotherapieplanung mit Borderline-Persönlichkeitsstörungen

Untersuchungsziel war die Erfassung geschlechtsspezifischer Variablen für eine erfolgreiche Psychotherapieplanung und die Untersuchung von Gender-relevanten Einflussfaktoren auf den stationären Behandlungsverlauf bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. An zwanzig Patienten wurden Angst, aggressive Verhaltensweisen, interpersonelle Probleme, Kontrollüberzeugungen und Selbstkonzept vor und nach 6-wöchiger psychoanalytisch orientierter stationär psychiatrischer Behandlung untersucht. Bei Frauen bestand soweit Einsicht in Zusammenhänge zwischen Angst, Aggression, Affizierbarkeit und interpersonelle Probleme, dass diese Problematik Ich-synton ihren Niederschlag im Selbstbild fand, dementsprechend reflektiert und in vor allem gleichgeschlechtlichen Patient-Therapeut-Dyaden weitergehend bearbeitet werden konnte, sodass eine ambulante Psychotherapie weiterführend in Anspruch genommen werden konnte. Männer verharrten stärker in regressiver Abwehrhaltung und in narzisstischer Betonung starker Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, gleichzeitig persistierte die Aggression, und eine Ablehnung von weiterführender Psychotherapie herrschte vor. Die Ergebnisse legen eine geschlechtsadäquate Bearbeitung der Aggressionproblematik, Bindungs- und Reflexionsfähigkeit nahe und werden anhand psychoanalytischer Hypothesen diskutiert.

Henriette Löffler-Stastka, Elisabeth Ponocny-Seliger, Theodor Meißel, Marianne Springer-Kremser, Wiener klinische Wochenschrift

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