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1. Mai 2006

S-+-Ketamin i.v. zur Behandlung von viszeralem Schmerz in der Finalphase

Ketamin ist ein Narkotikum mit hoher analgetischer Potenz. Ketamin blockiert NMDA-Rezeptoren und involviert Opioidrezeptoren, den spannungsabhängigen Natriumkanal, cholinerge Rezeptoren und die dezendierenden monoaminergen Systeme der Schmerzhemmung. Neben seiner Rolle bei der Schmerzchronifizierung hat der NMDA-Rezeptor auch eine Bedeutung in der Genese und Aufrechterhaltung von viszeralem Schmerz, in der Schmerzwahrnehmung und ihrer gefühlsmäßigen Bewertung. S-+-Ketamin zeigt gegenüber razemischem Ketamin eine doppelte analgetische Potenz. Bei äquianalgetischen Dosen dürfte die Inzidenz an unerwünschten zentralnervösen Wirkungen halbiert sein. Es besteht hinreichend Grund zur Annahme, dass eine kontinuierliche i.v.-Gabe von 2,5–5 mg S-+-Ketamin eine gute Wirksamkeit bei viszeralen Schmerzen hoher Intensität hat. Wenn der Schmerz Zeichen der Chronifizierung aufweist, dürfte die Wirksamkeit noch effektiver sein. Die Inzidenz unerwünschter psychotomimetischer Wirkungen in dieser Dosierung liegt sicher unter 10 % und kann durch Titration und/oder Vorgabe von 1 mg Diazepam i. v. weiter reduziert werden.

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