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Orthopädie 27. März 2015

Weniger Schmerzen, mehr Beweglichkeit

Die Spinalstenosen-Operation lohnt sich auch noch für 80-Jährige.

Eine Spinalstenose im Lumbalbereich operativ zu dekomprimieren, führt auch bei Patienten ab 80 Jahren zu besseren Ergebnissen als eine rein konservative Therapie. Das Komplikationsrisiko scheint dem von jüngeren Patienten vergleichbar zu sein.

Der Nutzen einer Operation für Patienten mit lumbaler Spinalstenose ist durch die SPORT-Studie mit über 1.000 Teilnehmern gut belegt. Wenig untersucht waren bisher allerdings die Folgen der Dekompression für sehr alte Patienten. Die Autoren von SPORT reichen deswegen jetzt eine Analyse ihrer Daten nach, die auf die Gruppe ab 80 Jahren zielt. Danach ist der chirurgische Eingriff selbst in hohem Alter noch erfolgversprechend.

An der Studie beteiligt waren Patienten mit lumbaler Spinalkanalstenose mit oder ohne Spondylolisthesis, davon 105 Patienten im Alter von 80 plus und 1.130 jüngere.

Die Älteren hatten mehr hochgradige Stenosen, die sich häufiger über mehrere Wirbel erstreckten, und litten öfter an einer asymmetrischen motorischen Schwäche.

Über die Behandlung war teilweise randomisiert, teilweise nach Patientenpräferenz entschieden worden. Letztlich hatten sich 58 Patienten ab 80 Jahren (55 %) und 749 unter 80 (66 %) einer Operation unterzogen. Diese war bei 68 Prozent der Älteren eine reine Dekompressionsoperation, bei den Jüngeren wurde sie zu 53 Prozent mit einer Arthrodese kombiniert.

Operierte durchgängig im Vorteil

Das Risiko des Eingriffs war bei den ab 80-Jährigen nicht erhöht: Intra- und postoperative Komplikationen, Re-Operationen und postoperative Mortalität unterschieden sich nicht von den unter 80-Jährigen. Im Vergleich zu den rein konservativ behandelten Patienten ab 80 hatte sich der Zustand der gleichaltrigen Operierten im 4-Jahres-Schnitt stärker verbessert. Der Vorteil war in allen Parametern signifikant, so etwa in den SF-36-Scores für Schmerz (Verbesserung um 21,3 vs. 13,8 Punkte) und Funktionsstatus (Verbesserung um 13,4 vs. 3,8 Punkte) sowie im Oswestry-Disability-Index (ODI, Skala von 0–100; Rückgang um 18,5 vs. 5,2 Punkte). Das schlug sich auch im Patientenurteil nieder: Operierte berichteten signifikant häufiger über eine große Verbesserung (55 % vs. 31 %).

Der Nutzen des Eingriffs war in der Gruppe ab 80 allerdings etwas geringer als bei den jüngeren: Das betraf den SF-36-Schmerz-Score und die subjektive Beurteilung der Veränderung. SF-36-Funktions-Score und ODI verbesserten sich dagegen in gleichem Maß.

Fazit

„Die operative Behandlung einer Spinalstenose mit oder ohne Spondylolisthesis bietet Patienten, die 80 oder älter sind, im Vergleich zur nichtoperativen Behandlung einen substanziellen Vorteil“, lautet die Schlussfolgerung der Studienautoren um Jeffrey A. Rihn von der Thomas Jefferson University in Philadelphia. Einschränkend weisen sie allerdings darauf hin, dass die Gruppe der operierten Hochbetagten klein war und dass dort möglicherweise mehr Komplikationen aufgetreten wären, hätte man die Wirbel ebenso häufig wie bei den Jüngeren versteift.

Originalpublikation: Rihn JA et al.: Effectiveness of Surgery for Lumbar Stenosis and Degenerative Spondylolisthesis in the Octogenarian Population: Analysis of the Spine Patient Outcomes Research Trial (SPORT) Data; J Bone Joint Surg Am 2015; 9783): 177–185

springermedizin.de, Ärzte Woche 14/2015

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