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Orthopädie 26. November 2013

Eingeschränkte Gelenksbeweglichkeit und Kontrakturen nach Kallusdistraktion und Segmenttransport – eine retrospektive Datenanalyse

Zweck der Studie: Ein vorübergehender Verlust der Beweglichkeit von Nachbargelenken ist eine häufige Komplikation nach Knochenneubildung durch Distraktion der unteren Extremität. Ziel dieser Studie war es, die Inzidenz von Sehnenkontrakturen und eingeschränkter Knie- und/oder Knöchel-Gelenksbeweglichkeit nach Distraktion des Callus mit einem Ringfixator zu erheben.

Material und Methoden: Bei zwanzig Patienten (2 Frauen, 18 Männer; Durchschnittsalter: 36 Jahre) wurde nach traumatischem Knochenverlust in 21 unteren Extremitäten eine Operation mit einen externen Ring Fixator zur Distraktion des Callus und zum Segment Transport durchgeführt. Die Beweglichkeit der anliegenden Gelenke während und nach der Behandlung wurde retrospektiv geprüft.

Ergebnisse: Wir beobachteten während Therapie eine uneingeschränkte Beweglichkeit des Knöchelgelenks bei 4 Patienten (19 %), eine teilweise Einschränkung bei 11 Fällen (52 %) und einen kompletten Beweglichkeitsverlust in den restlichen 6 Fällen (33 %). Nach der Behandlung war eine freie Beweglichkeit bei 12 Patienten (57 %), eine eingeschränkte bei 3 Fällen (14 %) und eine Unbeweglichkeit in 6 Fällen (29 %; 2 Arthrodesen) zu beobachten. Dies bedeutet eine Besserung der Beweglichkeit in 8 Fällen (38 %), eine Verschlechterung in 2 (10 %) und eine unveränderte Beweglichkeit bei 11 Fällen. Während der Behandlung war 6 mal die Extension des Knieglenks(24 %) und 5 Mal dessen Flexion (33 %) eingeschränkt. Daraus resultierte nach Entfernung des Fixators letztendlich einmal ein Verlust der Extension und drei Mal der Flexion.

Schlussfolgerungen: Die Verschlechterung der Beweglichkeit der Gelenke nach Knochenverlängerung der unteren Extremität durch einen externen Ringfixator tritt in den meisten Fällen im Bereich des Knöchelgelenks auf. Verschiedene Behandlungsoptionen stehen zur Verfügung, um die Verkürzung der Sehnen zu verhindern. Begleitende Physiotherapie könnte dieser vorbeugen, oder ihr Auftreten moderater machen.

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