zur Navigation zum Inhalt
 

Osteonekrose der Kieferknochen und Bisphosphonate bei Patienten mit malignen Erkrankungen

STUDIENZIEL: Osteonekrosen der Kieferknochen werden als intraorale Komplikation unter der Gabe von Stickstoff haltigen Bisphosphonaten beschrieben. In einer retrospektiven Studie wurden Patienten mit Osteonekrosen der Kieferknochen nach Bisphosphonattherapie bezüglich des diagnostischen und therapeutischen Managements nachuntersucht. PATIENTEN UND METHODE: In der Studie wurden 17 Patienten nach Therapie mit Bisphosphonaten inkludiert, die von Juli 2004 bis Juni 2005 an unsere Abteilung überwiesen wurden. Computertomographie, Magnetresonanztomographie, Szintigraphie, Bakteriologie und Biopsie wurden als Untersuchungsmethoden zur Diagnostik der Osteonekrose durchgeführt. Alle Patienten wurden chirurgisch therapiert. RESULTATE: Die Therapie mit Bisphosphonaten wurde aufgrund einer malignen Knochenerkrankung durchgeführt, zwölf Patienten hatten ein multiples Myelom, bei 4 Patienten bestand ein Zustand nach Mammakarzinom und bei einer Patientin war als Grunderkrankung Histiozytosis X diagnostiziert. Fünf Patienten erhielten Pamidronat, 12 Patienten Zoledronat. Im Durchschnitt wurde Pamidronat 36-mal (4–100) in 38 Monaten (4–100) verabreicht und Zoledronat 23,5-mal (5–39) in 26 Monaten (5–39). Bei 9 Patienten war die Läsion im Unterkiefer lokalisiert, bei 8 Patienten im Oberkiefer. Klinische Symptome waren freiliegender Kieferknochen, Kieferschmerzen und eine lokale Entzündung der Mundschleimhaut. Die Computertomographie zeigte sklerotische Kieferanteile in den Zonen der Osteonekrose. Knochenmetastasen konnten mit der Biopsie ausgeschlossen werden. Sequestrektomie und Dekortikation mit anschließender Weichteildeckung zeigte sich als adäquate Therapieform. SCHLUSSFOLGERUNG: Der Einsatz von Stickstoff haltigen Bisphosphonaten erhöht das Risiko Kiefernekrosen zu entwickeln. Um das Risiko einer Kiefernekrose zu reduzieren sollte aus prophylaktischen Gründen eine Kontrolle beim Zahnarzt vor dem Beginn einer intravenösen Therapie mit Bisphosphonaten erfolgen.

Arno Wutzl, Gabriela Eisenmenger, Martha Hoffmann, Christian Czerny, Doris Moser, Peter Pietschmann, Rolf Ewers, Arnulf Baumann, Wiener klinische Wochenschrift

Volltext dieses Beitrags / entire article auf SpringerLink

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben