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Limitierte Chirurgie für das Ösophagusfrühkarzinom

GRUNDLAGEN: Das Plattenepithelfrühkarzinom und das Adenofrühkarzinom des Ösophagus sind potenziell heilbare Erkrankungen. Limitierte chirurgische Resektionen werden entweder als Alternative zur endoskopischen Mukosektomie oder zur radikalen Ösophagektomie bei T1-Ösophaguskarzinomen ausgeführt. In diesem Stadium besteht die einzige Indikation für limitierte Chirurgie mit kurativer Intention bei Patienten, die keine Hinweise für Lymphknotenmetastasen haben, da diese Maßnahme keine adäquate Lymphadenektomie beinhaltet. Die Tiefe der Tumorinfiltration in der Mukosa und Submukosa korreliert eng mit der Rate von Lymphknotenmetastasen und gleichzeitig mit der Langzeitprognose. Das entscheidende ist das richtige Stadium des T1-Karzinoms für diese Therapie zu definieren. METHODIK: Die publizierten Daten hinsichtlich der limitierten Chirurgie für das Frühkarzinom des Ösophagus wurden ausgewertet und die entsprechenden Resultate zusammengestellt. ERGEBNISSE: Beim Mukosakarzinom des Ösophagus stellt die endoskopische Mukosaresektion eine gute Therapieoption dar. Diese erfordert jedoch eine intensive Nachsorge, da die Rate kompletter Resektionen sehr viel geringer ist als bei limitierter Chirurgie oder radikaler Operation. Andererseits sind die Vorteile der Mukosektomie die geringe Morbidität und die Erhaltung der funktionellen Integrität des tubulären Ösophagus. Die Merendino-Operation stellt eine andere Option in der Behandlung des Ösophagusfrühkarzinoms dar. Besondere Vorteile dieser Operation gegenüber der endoskopischen Mukosektomie umfassen die komplette Resektion des Karzinoms in Verbindung mit dem gesamten Segment des Barrett-Ösophagus. Die geringere postoperative Morbidität und Mortalität im Vergleich zur radikalen Ösophagektomie sind Vorteile des Merendino-Verfahrens. Die Vagus erhaltende Ösophagektomie ist eine andere chirurgische Option beim Mukosakarzinom. Insgesamt sind alle limitierten Verfahren nicht adäquat, wenn Lymphknotenmetastasen vorhanden sind. Keine dieser Techniken ist bisher in prospektiven klinischen Studien validiert worden. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Verfahren mit limitierter Radikalität sind machbar; sie sollten jedoch nur bei Patienten mit Mukosakarzinom angewendet werden. Die Ergebnisse der limitierten Chirurgie müssen in klinischen Studien im Vergleich zur radikalen Ösophagektomie validiert werden in Hinsicht auf funktionelle und prognostische Kriterien.

A. H. Hölscher, D. Vallböhmer, W. Schröder, E. Bollschweiler, European Surgery

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