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Magenkarzinom

GRUNDLAGEN: Obwohl das Magenkarzinom in den westlichen Industrieländern in seiner Inzidenz stark abnimmt, steht es weltweit an der zweiten Stelle der tumorbedingten Todesursachen. Die chirurgische radikale Entfernung des Magenkarzinoms nimmt trotz Fortschritten in der Diagnose und Therapie die zentrale Rolle in der Tumorbehandlung ein. METHODIK: Übersicht über die chirurgische und radio-und/oder chemotherapeutische Behandlung des Magenkarzinoms unter Berücksichtigung der Frühkarzinome, lokal fortgeschrittenen und metastasierten Adenokarzinome. ERGEBNISSE: Die Literaturübersicht unterstreicht die führende Rolle der operativen Therapie, die bislang die einzige Form eines kurativen Ansatzes darstellt. Beim Magenfrühkarzinom spielt für die Wahl des operativen Vorgehens die Invasionstiefe die entscheidende Rolle, da diese mit der Wahrscheinlichkeit einer lymphogenen Metastasierung korreliert. In Bezug auf das Resektionsausmaß beim lokal fortgeschritten Magenkarzinom ist die subtotalen Magenresektion bei Einhaltung eines Mindestresektionsabstandes von 5 cm der Gastrektomie vorzuziehen, da sie mit einer verbesserten Lebensqualität assoziiert ist. Das Ausmaß der Lymphadenektomie ist immer noch umstritten. Randomisierte kontrollierte Studien konnten keinen Vorteil für die erweiterte Lymphknotendissektion (D2-Dissektion) gegenüber der regionären Lymphadenektomie (D1-Dissektion) zeigen. Dennoch ist nur durch die D2-Dissektion mit Erhalt der Milz und des Pankreas die vielfach geforderte Mindestanzahl von 15 entfernten Lymphknoten zu erreichen. In den Vereinigten Staaten hat sich die adjuvante Radiochemotherapie als Standard etabliert. Sie ist allerdings in Europa umstritten. Eine adjuvante Chemotherapie zeigt in einer Metaanalyse einen zwar kleinen, jedoch statistisch signifikanten Überlebensvorteil, dennoch wird diese nicht routinemäßig empfohlen. Patienten mit lokal fortgeschrittenen Tumoren könnten durch neoadjuvante Therapiekonzepte profitieren, indem eine höhere Resektabilitätsrate erzielt werden kann. Patienten im metastasierten Stadium sollten eine palliative Chemotherapie erhalten, wobei derzeit das DCF-Schema am effektivsten erscheint und zudem gut toleriert wird. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die radikale chirurgische Entfernung des Magenkarzinoms stellt nach wie vor die einzige kurative Therapieform dar. Neoadjuvante Therapieansätze, präoperative Chemotherapie sowie kombinierte Radiochemotherapie spielen eine zunehmende Rolle in der Behandlung des Magenkarzinoms. Der Wert der adjuvanten Therapie ist nach wie vor unklar. Weitere klinische Stu-dien in Verbindung mit molekularbiologischen Untersuchungen sind notwendig, um multimodalen Therapieformen zu vereinheitlichen und zu standardisieren.

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