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Kontralateraler ischämischer Insult während Carotisendarterektomie aufgrund einer abnormen Variante

Zerebrale Minderdurchblutungen in Form von Embolie oder Hypoperfusion zählen zu den häufigsten Ursachen neurologischer Defizite im Rahmen der Carotisendarterektomie. Etwa 10–20% aller Patienten tolerieren die zerebrale Ischämie nicht, die durch das Setzen der Gefäßklemme induziert wird. Obgleich eine ausgedehnte präoperative bildgebende Diagnostik in den meisten Fällen entbehrlich ist, so existieren doch anatomische Varianten des Circulus Willisii, die die Ischämietoleranz über eine insuffiziente Kollateralisierung massgebend negativ beeinflussen können. In diesen Fällen sollte das spezifische Risiko eines Patienten bereits vor dem operativen Eingriff durch geeignete Untersuchungsverfahren abgeklärt werden, um das intraoperative Management, insbesondere die Notwendigkeit einer Shunteinlage und des notwendigen neurologischen Monitorings planen zu können. Da ein Regionalanästhesieverfahren die frühe Erkennung zerebraler Ischämien erlaubt, stellt es für diese Patientengruppe das Verfahren der Wahl dar. Wir berichten über eine Diabetikerin mit symptomatischer leichtgradiger linksseitiger Carotisstenose und einer nicht diagostizierten, ausgeprägten Anomalie des Circulus Willisii, bei der aufgrund des Einsatzes eines Regionalanästhesieverfahrens frühzeitig die Zeichen einer beiseitigen Hirnischämie erkannt und behandelt werden konnten. Bei diabetischen Patienten mit einer solchen Konstellation könnte ein präoperatives Screening mittels einer kombinierten Magnetresonanzperfusionsuntersuchung hilfreiche Hinweise auf ein erhöhtes Risiko zerebraler Ischämien während der Operation geben.

Andrea Moritz, Gerda Koci, Barbara Steinlechner, Thomas Hölzenbein, Christian Nasel, Georg Grubhofer, Martin Dworschak, Wiener klinische Wochenschrift

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