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Schweres Schädelhirntrauma in Österreich V: CT-Befunde und chirurgische Aspekte

ZIEL: Das Ziel dieser Arbeit ist es, CT-Befunde und chirurgisches Management von Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma (SHT) in Österreich darzustellen. PATIENTEN UND METHODEN: Es standen Datensätze von 415 Patienten zur Verfügung, die von 5 österreichischen Zentren in die Studie inkludiert worden waren. Analysiert wurden Inzidenz, chirurgisches Management und Behandlungsergebnis unterschiedlicher intrakranieller Läsionen, sowie das Behandlungsergebnis von Patienten mit/ohne chirurgischer Intervention und mit/ohne Hirndruckmessung. Für die erste Analyse wurde die Patienten je nach dem CT-Befund insgesamt 16 Gruppen zugeordnet. Für die zweite Fragestellung wurden die Patienten in 4 Gruppen (mit/ohne Operation jeweils mit/ohne Hirndruckmessung) eingeteilt. RESULTS: Das mittlere Alter betrug 48,9 Jahre; das Verhältnis von Männern zu Frauen betrug 299:116. Die häufigstenisolierten Läsionen waren Kontusionen (CONT) und diffuses Ödem. Kombinierte Läsionen waren viel häufiger; die häufigsten Kombinationen waren CONT plus Subarachnoidalblutung (SAH) mit und ohne Subduralhämatom (SDH). 276 (66,5%) Patienten wurden operativ behandelt. Osteoplastistische Operationen (OPS; n = 221) wurden häufiger durchgeführt als osteoklastische (OCS; n = 91) und dekompressive Eingriffe (DEC; n = 15). Die Intensivstations(ICU)-Mortalität betrug 29,7% für operativ versorgte Patienten; bei konservativ behandelten Patienten lag diese etwas höher (33,1%). Die ICU-Mortalität von Patienten mit SDH war nach OCS niedriger (18,8%) als nach OPS (36,0%). Patienten die eine Hirndruckmessung erhielten, jedoch keine sonstige chirurgische Therapie benötigten, hatten die niedrigste 90-Tage Mortalität (17,5%). SCHLUSSFOLGERUNGEN: Hirndruckmessung scheint sowohl chirurgisch versorgten wie auch konservativ behandelten Patienten Vorteile zu bringen. Bei Patienten mit SDH, die operativ versorgt wurden, fand sich ein signifikant besseres Ergebnis. Bei Patienten mit SDH war das Ergebnis nach osteoklastischer Operation signifikant besser als nach osteoplastischer Operation.

Johannes Leitgeb, Katharina Erb, Walter Mauritz, Ivan Janciak, Ingrid Wilbacher, Martin Rusnak, Wiener klinische Wochenschrift

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