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Neurologie 7. September 2016

Leser leben länger

Geistig beflügelt. Öfter ein gutes Buch zu lesen kann anscheinend auch die Lebensdauer erhöhen.

Senioren, die täglich in Büchern schmökern, leben im Mittel 23 Monate länger als Büchermuffel, melden US-Forscher. In ihrer Studie wurden 3.635 Personen ab 50 Jahren zu ihren Lesegewohnheiten befragt und dann im Mittel 9,5 Jahre nachbeobachtet. Die geistige Aktivität der Probanden war mehrfach mit einem kognitiven Testverfahren evaluiert worden. Die Sterbedaten wurden dem nationalen Sterberegister entnommen.

Bücherleser waren überwiegend weiblich, hatten einen höheren Schulabschluss und waren auch finanziell gut gestellt. Die Analyse berücksichtigte als Kovariablen unter anderem Komorbiditäten, Sehfähigkeit, finanzielle Verhältnisse, Familienstand, Alter sowie Ausbildung. Die Leseintensität wurde jeweils in drei Terzile eingeteilt Das erste Terzil galt als Referenz. Im Mittel verbrachten die Teilnehmer wöchentlich 3,9 Stunden mit Bücher- und 6,1 Stunden mit Zeitschriftenlesen.

Ergebnis: Insgesamt hatten Bücherleser gegenüber Nicht-Bücherlesern nach Adjustierung aller Kovariablen einen Überlebensvorteil von 20 Prozent. Der positive Effekt hing dabei weder vom Bildungsstand noch von der Gehaltsgruppe ab; der Überlebensvorteil blieb auch nach Berücksichtigung des initialen Wertes im Kognitionsscore erhalten ( Avni Bavishi et al., Soc Sci Med 2016; 164: 44-8 ).

Warum verlängert Lesen das Leben?

Es ergab sich eine positive Assoziation zwischen dem Lesen von Büchern und der Kognition. Offenbar beflügelten Bücher den Geist mehr als Magazine, und dies, so die Autoren, wirke letztlich lebensverlängernd.

Es sei davon auszugehen, dass Bücherlesen kognitive Prozesse in Gang bringt, die dem Lesenden Überlebensvorteile schaffen. So führe intensives Lesen zu geistiger Beweglichkeit und wecke Empathie, fördere die soziale Wahrnehmung und die emotionale Intelligenz – lauter Faktoren, die ein längeres Leben begünstigen können.

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