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Neurologie 1. Juni 2006

Maligne Gliome: Neuropathologie und Neurobiologie

Maligne Gliome können in jedem Lebensalter auftreten. Am häufigsten jedoch bei Erwachsenen, die das 40. Lebensjahr bereits überschritten haben. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Maligne Gliome beinhalten ein Spektrum von Tumoren mit verschiedenen Subtypen. Im Wesentlichen handelt es sich um Glioblastome, anaplastische Astrozytome / Oligoastrozytome / Oligodendrogliome, die gemeinsam durch ein diffus infiltrierendes, rasches Wachstum und durch eine fatale Prognose mit wenigen Monaten oder Jahren gekennzeichnet sind. Invasion ist eine der Hauptursache für das geringe therapeutische Ansprechen, was auch eine komplette chirurgische Resektion unmöglich macht. Die Invasion durch Tumorzellen benötigt eine Interaktion mit extrazellulärer Matrix und benachbarten Zellen des normalen Gehirns. Vaskuläre Proliferationen und Gewebsnekrosen sind charakteristische Merkmale, insbesondere des Glioblastoms. Diese Veränderungen sind wahrscheinlich die Konsequenz rasch wachsender, schlecht oxygenierten, Tumorgewebes. Häufige genetische Veränderungen wie P53, EGFFR und RB pathway scheinen auch pathogenetisch relevant. Bei Patienten mit Glioblastomen ist der Methylguaninemethyltransferase (MGMT) Promoter Methylierungs Status und bei Patienten mit anaplastischen Oligodendrogliomen der 1p19q Status relevant für das Ansprechen auf Chemotherapie. Die Rolle der Neuropathologie und Neurobiologie in der Neuroonkologie besteht erstens in der klinisch relevanten Klassifizierung von Hirntumoren auf der Basis pathobiologischer Faktoren und zweitens in der Klärung der Ätiologie und Pathogenese von Hirntumoren und drittens das Übertragen von klinisch relevanten molekularen Parametern in die klinische Praxis.

Matthias Preusser, Christine Haberler, Johannes A. Hainfellner, Wiener Medizinische Wochenschrift

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