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Neurologie 19. März 2014

Fokale Dystonie

Für Musiker endet oft die Laufbahn, wenn sich ihre Finger verkrampfen. Manche schrecken daher vor einer Thalamotomie nicht zurück – tatsächlich kann eine gezielte Läsion Karrieren retten.

Es braucht schon viel Mut und Verzweiflung, wenn sich Musiker mit einer fokalen Dystonie entschließen, ein Stück Thalamus entfernen zu lassen. Doch glücklicherweise klappt es meistens. Darauf hat Prof. Dr. Jörg Schulz von der Universität Aachen auf der Fortbildungsveranstaltung „Neuro Update“ in Mainz hingewiesen. Er berichtete von einer Untersuchung mit 15 Musikern in Japan, die aufgrund eines Musikerkrampfes ihren Beruf kaum ausüben konnten (Annals Neurol 2013; 74: 648) und Medikamente sowie andere Verfahren wie Botulinumtoxin-Injektionen auch nicht mehr gut weiterhalfen.

Die Musiker ließen sich unilateral einen Bereich im ventro-oralen Thalamus mit einer Radiowellensonde veröden. Dieser Bereich hatte sich in der Vergangenheit schon bei fokalen Handdystonien bewährt. Die OP verlief unter Lokalanästhesie und ohne Sedativa. Während des Eingriffs spielten die Musiker ihr Instrument, dabei setzen die Chirurgen vorübergehende Testläsionen: Die Sonde erhitze das Gewebe kurz auf 45°C. Konnte dies die Dystonie lindern, wurde dieser Punkt dann endgültig verödet.

Bei 14 von 15 Patienten kam es zu einer eindrucksvollen Besserung. Bei elf verschwand die Dystonie vollständig – sie waren wieder in der Lage, in Konzerten aufzutreten. Bei drei blieben kleine Einschränkungen, sie hatten noch Probleme mit sehr schwierigen Passagen, nur ein Patient litt unverändert unter seiner Dystonie. 30 Monate nach der OP war der Zustand bei allen Patienten gleich geblieben, es kam also zu keiner Verschlechterung oder Wiederkehr der Symptome. Allerdings waren bei gut einem Drittel der Patienten nach der OP Komplikationen wie transiente Dysarthrien oder eine vorübergehende Lähmung aufgetreten.

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