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Neurologie 10. März 2014

Vitamin C bei Herpes zoster

Vitamin-C-Mangel begünstigt das Risiko einer postherpetischen Neuralgie.

Bei Varizella-Zoster-Virusinfektionen (VZV) schützt eine intravenöse Begleittherapie mit dem immunrelevanten Vitamin C vor der Entwicklung einer post- herpetischen Neuralgie und lindert signifikant die Schmerzen.

An einer prospektiven multizentrischen Beobachtungsstudie in 16 deutschen Allgemeinarztpraxen1 nahmen 67 Patienten mit seit zwei bis sechs Wochen bestehendem symptomatischem Herpes zoster teil. Wie Professorin Karin Kraft vom Zentrum für Innere Medizin der Universität Rostock berichtete, erhielten sie zusätzlich zur Standardtherapie mit Analgetika und Virostatika über zirka zwei Wochen hochdosiertes Vitamin C intravenös. Zu Beginn, nach zwei Wochen und nach zwölf Wochen wurden die Schmerzen mit der visuellen Analogskala (VAS) ermittelt. Die Zahl der befallenen Dermatome, der Effloreszenzen und der hämorrhagischen Vesikel wurde dokumentiert, ebenso Konzentrationsstörungen und Fatigue im Vergleich zur bisherigen Medi- kation. Bei 59 Patienten (92 Prozent) zeigte sich ein signifikanter Rückgang der Schmerzen auf der VAS-Skala (p 0,0001). Auch die Zahl der befallenen Dermatome, der Effloreszenzen und der hämorrhagischen Vesikel ging unter der Vitamin-C Therapie zurück. Zu Beginn der Studie berichteten 29,4 Prozent der Patienten über moderate bis starke Konzentrationsstörungen. Am Ende hatten 68 Prozent keinerlei derartige Probleme mehr.

Über moderate oder starke Fatique klagten zu Beginn 45,5 Prozent der Patienten, nach 12 Wochen nur noch 5 Prozent. 6,4 Prozent der Patienten entwickelten eine postherpetische Neuralgie. In einer anderen Studie ohne Vitamin-C-Begleittherapie2 lag die Inzidenz einer postherpetischen Neuralgie über mehr als 90 Tage bei 24 Prozent, hob Kraft hervor. Das Antioxidans Vitamin C ist Ko-Faktor verschiedener Enzyme und an der Synthese von Kollagen, Carnitin einigen Neurotransmittern und Neuropeptiden beteiligt. Es beeinflusst die Wundheilung, den Energiemetabolismus und das Nervensystem. Die höchsten Vitamin-C-Konzentrationen finden sich in Zellen des Immun- und des Nervensystems. Patienten mit Virusinfektionen zeigen meist ein Vitamin-C- Defizit, wahrscheinlich infolge einer gesteigerten Vitamin-C-Utilisation für die Entgiftung freier Radikale. Dies zeigte sich auch bei Zoster-Patienten, bei denen Vitamin-C-Mangel das Risiko für eine postherpetische Neuralgie begünstigt.3,4 „Die physiologischen Vitamin-C-Konzentrationen im Plasma werden durch intravenöse Vitamin-C-Gabe wieder erreicht“, erläuterte Kraft, die eine Professur für Naturheilkunde innehat.

1) M. Schencking et al., Med Sci Monit 18 (2012) 4:CR 215 - 224
2) M. Drolet et al., Cmaj 182 (2010) 16:1731-1736
3) J. Y. Chen et al., Clin J Pain 25 (2009) 7:562 - 569
4) J. Y. Chen et al., Br J Nutr 106 (2011) 5:700 -707

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