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Neurologie 1. Oktober 2010

Morgendliche Kopfschmerzen, Tagesbefindlichkeit und Schlafprobleme – eine populationsbasierte kontrollierte Studie

Das Ziel dieser Arbeit war es, die Prävalenz von morgendlichen Kopfschmerzen in der österreichischen Allgemeinbevölkerung zu bestimmen und die Beziehung zwischen morgendlichen Kopfschmerzen und Tagesbefindlichkeit sowie Schlafqualität zu analysieren. Im Rahmen einer nationalen Umfrage wurden 1000 Erwachsene (478 Männer, 522 Frauen, >14 Jahre) eingeschlossen. Für die vorliegende Arbeit wurden sowohl alle Personen, die angaben, an morgendlichen Kopfschmerzen zu leiden als auch gematchte Kontrollen (Alter, Geschlecht, Größe des Heimatortes, Ausbildung und Familienstand) ausgwählt. Achtundvierzig Personen gaben an, unter morgendlichen Kopfschmerzen zu leiden (Prävalenz = 5%). Verglichen mit den Kontrollen berichteten Personen mit morgendlichen Kopfschmerzen signifikant öfter von Tagesschläfrigkeit (50% vs. 18.8%, p = 0.003), Schwierigkeiten, untertags wach zu bleiben (47.9% vs. 18.8%, p = 0.019) und ungewolltem Einnicken (29.2% vs. 8.3%, p = 0.019). Darüberhinaus gaben Personen mit morgendlichen Kopfschmerzen eine signifikant längere Einschlaflatenz (26.5 ± 27.5 vs. 13.5 ± 13.5 min, p = 0.005), signifikant öfter gestörten Schlaf (58.3% vs. 14.6%, p < 0.001), nächtliches Herumwälzen im Bett (50.0% vs. 8.0%, p < 0.001), Durchschlafstörungen (64.6% vs. 22.9%, p < 0.001) und das Symptom "unruhige Beine" (20.8% vs. 2.1%, p = 0.01) an. Zusätzlich fühlten sich Personen mit morgendlichen Kopfschmerzen morgens weniger oft erfrischt (18% vs. 51%, p < 0.001) und nahmen signifikant öfter regelmäßig Medikamente ein (64.6% vs. 29.2%, p = 0.001). Nach Korrektur für multiples Testen blieben die Unterschiede hinsichtlich Durchschlafstörungen, gestörtem Schlaf und regelmäßiger Medikamenteneinnahme statistisch signifikant. Zusammenfassend ist dies die erste österreichische populationsbasierte, kontrollierte Studie, die zeigt, dass 1 von 20 Personen unter morgendlichen Kopfschmerzen leidet und diese mit subjektiven Schlafproblemen in Zusammenhang stehen.

Stefan Seidel, Gerhard Klösch, Doris Moser, Michael Weber, Peter Anderer, Christian Wöber, Josef Zeitlhofer, Wiener klinische Wochenschrift 19/20/2010

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