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Neurologie 1. Juni 2010

Zeitlicher Verlauf der Schlaganfallmortalität in Österreich, 1980–2008

HINTERGRUND: Trotz global abnehmender Mortalitätsraten sind Schlaganfälle die dritthäufigste Todesursache in industrialisierten Ländern. 1997 wurde in Österreich ein flächendeckendes System von Stroke Units etabliert; deren Auswirkungen auf die Schlaganfallsmortalität wird untersucht.

METHODEN: Wir evaluierten die Schlaganfallsmortalität in Österreich unter Verwendung nationaler, von Statistik Austria zur Verfügung gestellter Daten für den Zeitraum 1980 – 2008. Todesfälle wurden mittels ICD Kodierung erfasst [ICD-9 (430 – 438) und ICD-10 (I60 – I69)]. Wir analysierten alters-standardisierte Mortalitätsraten geschlechtsspezifisch sowie für hämorrhagische und ischämische Schlaganfälle separat. Wir verwendeten join-point Poisson Regressionsmodelle um Trends in alters-spezifischen Mortalitätsraten für beide Schlaganfallstypen und geschlechtsspezifisch in 4 Altersgruppen zu evaluieren (50 – 59, 60 – 69, 70 – 79, und 80+ Jahre).

ERGEBNISSE: In altersstandardisierten Analysen beobachteten wir einen Rückgang der Gesamtschlaganfallsmortalität für Männer und Frauen (–77,3 % für Männer, –76,7 % für Frauen), für hämorrhagische und ischämische Schlaganfälle separat sowohl für Männer als auch für Frauen, und für alle Altersgruppen. Die Mortalität ischämischer Schlaganfälle nahm kontinuierlich über die gesamte Zeitperiode ab, während für hämorrhagische Schlaganfälle, Trends vor 1997 – 2000 geschlechts- und altersspezifisch unterschiedlich waren und nach 1997 – 2000 eine deutlichere Abnahme aufwiesen.

SCHLUSSBEMERKUNGEN: Die Schlaganfallsmortalität in Österreich nahm zwischen 1980 und 2008 ab. Das Ausmaß des Beitrags der Etablierung von Stroke Units dazu, bleibt unklar. Künftige Studien sollten auch Veränderungen in der Lebensqualität von Schlaganfallspatienten berücksichtigen, da Stroke Units möglicherweise sowohl einen direkten Einfluss auf Lebensqualität als auch auf die Gesamtschlaganfallsmortalität haben.

Archna Bajaj, Eva S. Schernhammer, Gerald Haidinger, Thomas Waldhör, Wiener klinische Wochenschrift 11/12/2010

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