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Kinder- und Jugendheilkunde 1. Dezember 2009

Ischämischer Schlaganfall in Verbindung mit einer Adenovirus-Infektion bei einem 4-jährigen Knaben

Wir stellen einen Fall eines arteriellen ischämischen Schlaganfalls bei einem 4 Jahre alten – vorher völlig gesunden – Knaben mit nachgewiesener Adenovirus-Infektion des oberen Respirationstrakts vor. Eine adenovirale Meningitis und Enzephalitis wurde wiederholt beschrieben, was für die Fähigkeit der Neuroinvasion der Adenoviren spricht. Ein Zusammenhang zwischen einer Adenovirus-Infektion und einem arteriellen ischämischen Schlaganfall wurde allerdings bis jetzt noch nicht beschrieben. Als einzige Mikroorganismen wurden HIV und Varizella Zoster-Viren mit einem ischämischen Schlaganfall in Abwesenheit einer akuten Infektion des ZNS in Zusammenhang gebracht. Bei Patienten mit einer HIV-Infektion kann der ischämische Insult durch eine Vaskulitis und eine Hyperkoagulabilität verursacht sein. Eine granulomatöse Arteritis der Gefäßwand ist die Ursache für einen Post-Varizellen-Gehirninfarkt beziehungsweise für einen ischämischen Insult nach einer Infektion mit Herpes Zoster ophthalmicus. Wir glauben, dass bei unserem Patienten ein Mechanismus wie beim Post-Varizellen-Gehirninfarkt mit einer Ausbreitung der Adenoviren über den ophthalmischen Ast des N. trigeminus auf die befallene arterielle Gefäßwand stattgefunden hat. Adenoviren sind neuroinvasiv – die Conjunktivitis könnte das Virus in Kontakt mit dem N. ophthalmicus gebracht haben. Konsekutiv könnte dann die Stenose der Arterie durch die von den Adenoviren ausgelöste lokale Entzündung verursacht worden sein. Auf Grund unserer Erfahrung empfehlen wir, bei allen vorher gesunden Kindern mit Fieber und einer mit einem ischämischen Insult kompatiblen Klinik eine prompte Untersuchung auf Infektion mit Adenoviren durchzuführen. Eine möglichst frühe Diagnose und Therapie könnte den Verlauf der Erkrankung verbessern und die neurologische Erholung beschleunigen.

Marko Kutleša, Goran Tešović, Ivica Knezović, Branko Miše, Klaudija Višković, Nina Barišić, Wiener klinische Wochenschrift 23/24/2009

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