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Intensiv- und Notfallmedizin 5. Dezember 2014

Frauen werden seltener reanimiert

Bei der Wiederbelebung nach Herzstillstand gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Eine niederländische Kohortenstudie untersuchte anhand der Auswertung von Totenscheinen das Überleben nach Herzstillstand. Dabei ging es nur um Ereignisse, die außerhalb von Kliniken aufgetreten waren. Bei 22.443 derartigen Herzstillständen (52,8 % Männer) wurden 6.038 Herz-Lungen-Wiederbelebungsversuche unternommen (72,5 % Männer). 20,4 % der Männer und 13 % der Frauen überlebten die Reanimation. Für Frauen waren die Chancen, durch medizinisches Personal überhaupt Wiederbelebungsmaßnahmen zu erhalten, signifikant niedriger als für Männer (15 vs. 35 %). Die unterschiedliche Erfolgsquote der Reanimation wird durch den initial vorliegenden Herzrhythmus erklärt, der für die Wiederbelebung entscheidend ist und bei Frauen seltener vorteilhaft war (34,4 % vs. 48,8 %). Aber auch soziale und biologische Faktoren können eine Rolle spielen, z. B. lebten ältere Frauen öfter alleine oder es lagen bei ihnen mehrere kardiale Ursachen für den Herzstillstand vor.

Eine retrospektive Analyse verschiedener medizinischer Datenbanken untersuchte ebenfalls den Überlebensunterschied nach Herzstillstand bei Männern und Frauen. Dazu wertete die französische Arbeitsgruppe zwölf Studien mit über 400.000 Patienten hinsichtlich Krankenhausentlassung nach außerhalb des Krankenhauses erlebten Herzstillständen aus. Die Frauen waren älter und hatten ungünstigere Voraussetzungen, z. B. waren sie öfter allein, als der Herzstillstand eintrat. Nach Adjustierung dieser Unterschiede zeigte sich aber, dass mehr weibliche als männliche Patienten das Krankenhaus lebend wieder verlassen konnten, die Wahrscheinlichkeit dafür betrug 11 %.

Blom M et al.: Abstract 13832; Bougouin W et al.: Abstract 16170; AHA Scientific Sessions 2014, Chicago.

springermedizin.de, Ärzte Woche 50/2014

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