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Effekt des Zeitpunkts der Aufnahme im Krankenhaus auf das Behandlungsergebnis nach schwerem Schädelhirntrauma

... in Österreich.

Grundlagen: Das Ziel dieser Studie war, die Behandlungsergebnisse von Patienten mit schwerem Schädelhirntrauma (SHT) zu vergleichen, die entweder an Werktagen zwischen 07.00 und 19.00 Uhr (“regulärer Dienst”; „RD“) oder zu irgendeiner anderen Zeit (“Bereitschaftsdienst“, „BD“) eingeliefert wurden.

Methodik: Zwischen 3/2002 und 4/2012 rekrutierten 17 österreichische Zentren Patienten mit SHT für 2 Beobachtungsstudien, die den Effekt einer Richtlinien-konformen Behandlung (n = 400) bzw. die Ergebnisse einer besseren Erstversorgung (n = 777) untersuchten. Angaben zu Verletzungsschwere, klinischem Status, Therapie und Behandlungsergebnis wurden prospektiv erhoben. Alle Patienten mit schwerem SHT (Glasgow Coma Scale score < 9) wurden für diese Analyse ausgewählt. Sekundäre Transferierungen und Patienten mit nicht überlebbaren Verletzungen wurden exkludiert. Das IMPACT Core Model wurde verwendet, um die Wahrscheinlichkeit von Tod im Krankenhaus und von ungünstigem Langzeitergebnis (definiert als Glasgow Outcome Scale score < 4 nach 6 Monaten) abzuschätzen. Je nach Zeitpunkt der Einlieferung wurden die Patienten der Gruppe „RD“ oder „BD“ zugeteilt. Demografische Daten, Verletzungsschwere, Therapie und Behandlungsergebnisse wurden mittels Chi2-Test, T-Test, und logistischer Regression verglichen.

Ergebnisse: 852 Datensätze waren verfügbar (413 “RD”, 439 “BD”). “BD”-Patienten waren jünger (45 vs. 51 Jahre, P < 0.001) und waren häufiger alkoholisiert (41 vs. 11 %, P < 0.001). Die Verletzungsschwere war vergleichbar, die Wahrscheinlichkeiten von Tod und von ungünstigem Behandlungsergebnis waren identisch. Es fanden sich keine Unterschiede hinsichtlich CT-Diagnosen und Behandlung. Spitalsmortalität (24 vs. 28 %, P = 0.191) und Prozentsatz der Patienten mit ungünstigem Langzeitergebnis (43 vs. 48 %, P = 0.143) waren vergleichbar.

Schlussfolgerungen: In Österreich hat der Zeitpunkt der Einlieferung ins Krankenhaus keinen signifikanten Einfluss auf die Behandlungsergebnisse von Patienten mit schwerem SHT.

Assoc. Prof. Walter Mauritz, Assist. Prof. Alexandra Brazinova, Marek Majdan, Veronika Rehorcikova, Johannes Leitgeb, Wiener klinische Wochenschrift 9/10/2014

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