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Schweres Schädelhirntrauma in Österreich IV: Intensivmedizin

ZIELE: Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das intensivmedizinische Management von Patienten mit schwerem SHT darzustellen. PATIENTEN UND METHODEN: Es standen Datensätze von 415 Patienten zur Verfügung, die von 5 österreichischen Zentren in die Studie inkludiert worden waren. Analysiert wurden Komplikationen und Ergebnis der Behandlung, Hirndruckmessung, Effektivität von Maßnahmen zur Hirndrucksenkung, hämodynamisches Management, Beatmung, und Auswirkungen der Hyperglykämie. ERGEBNISSE: Die Mortalität an der Intensivstation betrug 30,8%, die 90-Tage-Mortalität war 35,7%. Nach einem Jahr war das Ergebnis "gut" bei 33%, "schlecht" bei 51%, und bei 16% war das Ergebnis unbekannt. Hirndruckmessung wurde in 64% durchgeführt; am häu-figsten (77%) wurden Parenchymsonden verwendet. Für folgende Ereignisse wurde eine Mortalität von > 50% erhoben: Hirndruck > 25 mm Hg für > 12 Std/Tag, zerebraler Perfusionsdruck < 50 mm Hg für > 12 Std/Tag, und arterieller Mitteldruck < 70 mm Hg für > 18 Std/Tag. Hirndruckmessung hatte eine signifikante Reduktion der Intensivstations-Mortalität zur Folge. Folgende Maßnahmen könnten zu einer Verbesserung des Behandlungsergebnisses geführt haben: Gabe von Barbituraten (für < 7 Tage) und hypertonem NaCl, mäßige Hyperventilation (33 < pCO2 < 37 mm Hg), und Normothermie. Bei Patienten mit Hyperglykämie fand sich ein signifikant schlechteres Langzeitergebnis. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Studie zeigte, dass die Intensivbehandlung den internationalen Richtlinien weitgehend folgte, und dass die Ergebnisse mit denen anderer Autoren vergleichbar waren. Ein zerebraler Perfusionsdruck < 50 mm Hg war mit schlechtem Ergebnis assoziiert, und war häufiger durch niedrigen Blutdruck als durch hohen Hirndruck verursacht. Ein Perfusionsdruck > 50 mm Hg sollte aufrecht erhalten werden, die Verwendung von Katecholaminen, Flüssigkeitsgabe, Gabe von Barbituraten (kurzfristig), mäßige Hyperventilation, Gabe von hypertonem Kochsalz, und Gabe von Insulin können das Behandlungsergebnis möglicherweise verbessern.

Walter Mauritz, Ivan Janciak, Ingrid Wilbacher, Martin Rusnak, Wiener klinische Wochenschrift

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