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Training trotz Asthma? - Training wegen Asthma!
 
Pulmologie 29. Juli 2015

Aerobes Training integrieren

Bereits nach zwölf Monaten verbesserte Einsekundenkapazität.

Ein aerobes Training kann die bronchiale Hyperreagibilität verbessern, Entzündungsmarker im Blut senken und Lebensqualität sowie Exazerbationen von Patienten mit moderatem bis schwerem Asthma günstig beeinflussen.

In einer kontrollierten randomisierten Studie haben Andrezza França-Pinto von der Universität Sao Paulo und Kollegen nun den Effekt eines aeroben Trainings auf die bronchiale Hyperreagibilität von Patienten mit moderatem bis schwerem Asthma sowie deren Neigung zu entzündlichen Prozessen untersucht.

Hierzu wiesen sie 58 Probanden entweder der Übungs- oder der Kontrollgruppe zu. Probanden beider Gruppen erhielten eine Patientenedukation und führten zweimal wöchentlich Atemübungen im Rahmen eines Yoga-Programms durch. Probanden der Übungsgruppe absolvierten zusätzlich zweimal wöchentlich ein aerobes Training à 35 Minuten.

Zu Beginn der Beobachtungszeit sowie nach drei Monaten wurden bronchiale Überempfindlichkeit mit einem Histamin-Provokationstest, klinische Symptomatik, Lebensqualität, Serumzytokine, Sputum sowie das fraktionierte exhalierte Stickstoffmonoxid (FeNO-Wert) überprüft. Am Studienende konnten die Daten von 43 Patienten ausgewertet werden.

Erfolge nach drei Monaten

In der Therapiegruppe war nach zwölf Wochen Training im Provokationstest rund die doppelte Dosis nötig, um einen Abfall der Einsekundenkapazität (FEV1) um mindestens 20 Prozent zu bewirken. In der Kontrollgruppe blieb die Schwelle für die bronchiale Hyperreagibilität dagegen konstant. Zudem fielen die Serumwerte für Interleukin 6 (IL-6) und das Monocyte chemoattractant protein 1 (MCP-1) gegenüber der Kontrollgruppe signifikant ab. Die Lebensqualität der Patienten sowie die Zahl der Asthmaexazerbationen verringerte sich.

Auf IL-5, IL-8, IL-10 und IgE-Werte sowie die Sputumzellen, FeNO oder die Asthmakontrolle (ACQ-7) hatte das aerobe Training innerhalb der Gesamtgruppe keine signifikanten Auswirkungen. Die Befunde innerhalb der Trainingsgruppe sprechen aber dafür, dass durch die Intervention vor allem bei Patienten mit hohem Entzündungsgrad die Zahl der eosinophilen Granulozyten im Sputum sowie der FeNO-Wert sinken. Außerdem verbesserte sich die klinische Symptomatik bei Patienten mit besonders schlechter Asthmakontrolle.

Insgesamt zeigen die Studienresultate, dass die körperliche Anstrengung bei verschiedenen Asthmaphänotypen die Hyperreagibilität reduzieren und antiinflammatorisch wirken kann. França-Pinto und Kollegen gehen aufgrund ihrer Ergebnisse davon aus, dass ein die Pharmakotherapie ergänzendes Bewegungsprogramm einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation von Asthmatikern leisten kann.

 

Quelle:

França-Pinto A et al., Aerobic training decreases bronchial hyperresponsiveness and systemic inflammation in patients with moderate or severe asthma: a randomised controlledtrial. Thorax, online first 6/2015

springermedizin.de, Ärzte Woche 27/2015

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