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Pulmologie 15. Dezember 2014

Atemnot nachts und frühmorgens

Manche COPD-Patienten brauchen einen Zusatzhub am Abend.

Patienten mit nächtlichen und morgendlichen Symptomen profitieren oft von der zusätzlichen abendlichen Gabe eines Bronchodilatators.

COPD ist eine komplexe und heterogene Erkrankung. Daher gibt es nicht „den“ typischen COPD-Patienten und auch nicht „das“ ideale COPD-Medikament, erläutert der in Remscheid niedergelassene Pneumologe Dr. Harald Mitfessel.

Probleme bereitet vor allem der Typ-C-Patient in der aktuellen COPD-Klassifikation: Er ist eindeutig krank, hat häufige Exazerbationen, aber auch Phasen mit wenig Beschwerden. „Um den müssen wir uns besonders kümmern“, so Mitfessel. Wichtig für das Staging sind drei Dinge:

• Die sorgfältige Erfassung der Symptomatik, wobei der einfache CAT-Score-Fragebogen hilfreich sein kann,

• die Lungenfunktion mit Nachweis einer obstruktiven Ventilationsstörung,

• die Erfassung von Exazerbationen.

Abendlicher Hub beruhigt den Patienten

Mitfessel befragt seine Patienten eingehend nach unruhigen Nächten und morgendlicher Atemnot. „Wer das bejaht, ist oft schwer krank“, so der Pneumologe. Dies mag Konsequenzen für die Wahl der Therapie haben. Während 1x-täglich-Inhalatoren Vorteile für die Therapietreue aufweisen, profitieren Patienten mit nächtlichen und morgendlichen Symptomen oft von einer zusätzlichen abendlichen Gabe, wie dies z. B. bei Aclidinium der Fall ist.

„Fragen Sie einmal gezielt nach!“, rät Mitfessel. „Viele Patienten nehmen bereits von sich aus einen zusätzlichen abendlichen Hub, egal mit welchem Medikament.“

Erfolgsfaktor Device

Auch das Device hat am Therapieerfolg einen hohen Anteil, betonte Dr. Justus de Zeeuw, Pneumologe aus Wuppertal. Handliches Gerät, intuitive Bedienung und Feedbackmechanismus nach erfolgreicher Inhalation sind die Erfolgsfaktoren.

Diese Kriterien erfüllt z. B. der Genuair Inhaler®, mit dem viele Patienten vertraut sind, die zuvor mit dem Novolizer® behandelt wurden. In einer Crossover-Studie mit 105 COPD-Patienten, die den Genuair®-Inhalator und HandiHaler zwei Wochen lang testeten, bevorzugten 80 Prozent den Genuair®-Inhaler. Nur drei Prozent (versus 19 %) machten mit diesem Device „kritische“ Fehler.

Ohne Arzt geht es aber nicht, so de Zeeuw: „Wir müssen den Patienten schulen, dass er vorher ausatmen muss und ausreichend lange inhaliert. Es ist zudem ärztliche Aufgabe, immer wieder zu prüfen, ob der Patient das Medikament richtig und regelmäßig einnimmt.“

Quelle: Pressegespräch „Irrgarten COPD: Welche Prämissen bei Diagnose und Therapie gelten noch?“, Frankfurt, 25. November 2014 (Veranstalter: Berlin-Chemie AG, Berlin)

Dirk Einecke, Ärzte Woche 51/52/2014

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