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Pulmologie 27. Februar 2014

COPD: eine unterdiagnostizierte Erkrankung. Ergebnisse einer Screeningstudie in der Umgebung eines Spitals

Hintergrund und Ziel der Studie: Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine ernsthafte Erkrankung mit einer Morbidität und Mortalität vor allem auf Grund verspäteter Diagnosestellung oft erst nach Auftreten von Symptomen. Ziel unserer Studie war es, die Nützlichkeit der Spirometrie und des COPD Assessments Test (CAT) bei der Erfassung von Patienten mit einer vorher nicht bekannter COPD in einer begrenzten Umgebung zu erfassen.

Material und Methoden: Personen, die das Spital zum Krankenbesuch oder für eine Untersuchung aufsuchten, die eine Raucher Anamnese von > 10 Packungsjahren ( > 40 Jahre alt) hatten und bei denen keine Erkrankung des Thorax bekannt war, wurden eingeladen, an der Studie teilzunehmen. Es wurde bei den Teilnehmern nach Ausfüllen eines Fragebogens eine Spirometrie entsprechend der „ATS/ERS Task Force on Spirometry“ durchgeführt. Eine COPD wurde entsprechend der Leitlinien der „Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease“ diagnostiziert.

Ergebnisse: 800 Personen wurden zur Teilnahme an der Studie aufgefordert. Die 648 dieser Personen, die in der Lage waren, sich einer Spirometrie zu unterziehen, wurden in die Studie aufgenommen. Das mittlere Alter lag bei 48,3 ± 9,0 und 38 % der Teilnehmer waren männlich. Der post-bronchodilatorische FEV1/FVC Quotient war bei 17 % der Teilnehmer unter 0,70.

Schlussfolgerung: Folgende mediane Werte (25–75 Perzentile) für die Gesamt CAT Scores und für die CAT Fragen Husten, Schleim, Engegefühl in der Brust und Atemnot wurden bei den COPD Patienten, beziehungsweise bei den Personen ohne COPD erhoben: 15 (9–22) vs 12 (6–18) (p = 0,004), 2 (1–3) vs 1 (0–2) (p < 0,001), 2 (0–3) vs 1 (0–3) (p = 0,004), 3 (1–4) vs 2 (0–3) (p > 0,001), 4 (3–5) vs 3 (2–4) (p = 0,001). Es ergab sich bei den COPD Patienten folgende Prävalenz von Symptomen: Belastungsdyspnoe bei 91 %, Dyspnoe bei 80,9 %, Husten bei 56,3 %, Schleim bei 58,3 %.
Unsere Studie zeigt, dass ein Screening mit Spirometrie gemeinsam mit der Erhebung eines CAT Fragebogens das Bewusstsein für eine COPD verbessern kann und dass auf diese Art die Diagnose bei Patienten erstellt werden kann, bei denen die Erkrankung vorher nicht bekannt war.

Prof. Dr. Levent Kart, Muhammed Emin Akkoyunlu, Mehmet Bayram, Fatih Yakar, Hatice Kutbay Özçelik, Fatmanur Karaköse, Assoc. Prof. Murat Sezer, Wiener klinische Wochenschrift 3/4/2014

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