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Pulmologie 1. August 2010

Kryptogene organisierende Pneumonie nach Amiodaron-Behandlung: Langzeitverlauf nach Corticosteroidbehandlung

Das Krankheitsbild der kryptogen organisierenden Pneumonie (früher bekannt als Bronchiolitis obliterans mit organisierender Pneumonie) ist eine Entität mit charakteristischen klinischen, pathologischen und radiologischen Befunden. Röntgenologisch finden sich meist bilaterale, asymmetrische, teilweise wandernde fleckige Infiltrate, die sich im CT als Milchglasverschattungen darstellen. Das Syndrom wurde im Zusammenhang mit gastrointestinalen Erkrankungen, Lungeninfektionen, Autoimmunerkrankungen (z.B. Wegener Granulomatose), der Inhalation von giftigen Dämpfen sowie nach Knochenmarkstransplantation und Gabe bestimmter Medikamente beobachtet. Das bei Vorhofflimmern häufig als Antiarrythmikum angewandte Benzofuran Amiodaron hat diverse mögliche pulmonale Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen. Die kryptogen organisierende Pneumonie wurde in diesem Zusammenhang bisher selten diagnostiziert und publiziert. Wir berichten über einen Fall von Amiodaron-induzierter kryptogen organisierender Pneumonie, dessen klinischer Verlauf durch eine signifikante Besserung der klinischen Symptomatik nach Absetzen von Amiodaron und Etablierung einer Corticoidtherapie bereits nach wenigen Tagen gekennzeichnet war. Auch die im Thoraxröntgen und CT festgestellten Infiltrate zeigten ein gutes Ansprechen mit rascher Rückbildungstendenz. Während der fünfmonatigen Corticoidtherapie bildeten sich die pulmonalen Veränderungen schrittweise fast vollständig zurück und blieben auch während des 8-monatigen Beobachtungszeitraumes nach Beendigung der Therapie stabil.

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