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Onkologie 7. September 2016

Grazer verbessern Krebsanalyse

Tumorforschung. Grazer Forscher sagten die Genaktivität von Tumoren mittels im Blut zirkulierender Tumor-DNA voraus.

Blutuntersuchungen entwickeln sich zu einem wichtigen Instrument in der Diagnose und der Überwachung des Therapieverlaufs von Krebspatienten. Besonders vielversprechend sind neue Ansätze, die auf der Analyse von kleinen Fragmenten des Erbgutes aus Tumorzellen, die von diesen in den Blutkreislauf abgegeben werden können, beruhen – die sogenannte circulating tumor DNA (ctDNA).

Bisher erlaubten die Analysen aus dem Blut nur Rückschlüsse über Mutationen im Tumorerbgut zu ziehen, nicht aber inwieweit dadurch auch die Funktion einzelner Gene verändert wird. Die von den Forschern der MedUni Graz und der TU Graz entwickelte Analyse wurde zur Untersuchung von Blutproben von Brustkrebspatientinnen herangezogen, um die Genexpression einzelner Gene in Regionen mit Kopienzahlerhöhungen vorherzusagen.

„Durch den Vergleich mit experimentellen Daten aus der Genexpressionsanalyse von Primärtumorgewebe der Patientinnen konnten wir zeigen, dass unsere Analyse in der Lage ist, exprimierte von nicht-exprimierten Genen unterscheiden zu können“, fasst Peter Ulz, Institut für Humangenetik der MedUni Graz, zusammen.

Das erweitert die diagnostischen Möglichkeiten deutlich und kann künftig für Therapieentscheidungen von Krebspatienten mit eingesetzt werden können ( Peter Ulz et al., Nature Genetics August 2016 ). „Das kostengünstige Verfahren ist eine sehr gute Alternative zu aufwendigen und teils invasiven Untersuchungsverfahren in der Krebsdiagnostik bzw. in der Therapiekontrolle“, erläutert Ulz.

Jedoch hat die Detektion von ctDNA auch Grenzen, da aktuell nur statische Veränderungen auf DNA-Ebene ablesbar sind.

MedUni Graz, Ärzte Woche 36/2016

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