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Onkologie 29. Juli 2015

Umdenken gefordert

Das bringt die HPV-Impfung für Burschen.

Die HPV-Impfung für Mädchen senkt das Risiko für virusassoziierte Krebserkrankungen – aber auch bei Männern. Vor allem Analkarzinome lassen sich wirksamer verhindern, wenn Buben ebenfalls geimpft werden.

Um den Nutzen einer HPV-Impfung für Burschen beurteilen zu können, muss man abschätzen, wie hoch die Krankheitslast durch HPV-assoziierte Erkrankungen bei Männern ist und wie viele davon bereits durch die Impfung von Mädchen verhindert werden. Genau das haben Ärzte aus Holland getan, indem sie Daten des nationalen Krebsregisters als Basis einer Bayes-Evidenzsynthese genutzt haben. Demnach ist bei einer Impfquote von 60 Prozent unter den Mädchen „ein beträchtlicher Gewinn“ durch die zusätzliche Impfung von Burschen zu erwarten, wie Johannes Bogaards von der Universität Amsterdam und Kollegen im British Medical Journal berichten (DOI: 10.1136/bmj.h2016). Die Zahl der Burschen, die geimpft werden müssen, um ein Karzinom in späteren Jahren zu verhindern, ist viermal so hoch wie die der Mädchen.

Ohne HPV-Impfung würden pro 1000 Männer 14,9 qualitätsadjustierte Lebensjahre (QALYs) durch HPV-16- oder durch HPV-18-assoziierte Krebserkrankungen verloren gehen, davon 8,4 QALYs durch Plattenepithelkarzinome des Oropharynx, 5,2 durch Analkarzinome und 1,1 durch Peniskarzinome.

Für weitere Nachrichten aus der Onkologie siehe auch www.springermedizin.at/memo---inoncology

springermedizin.de, Ärzte Woche 28/2015

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