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Onkologie 1. April 2011

Die Prognostische Bedeutung des Plasma D-Dimer Spiegels bei Patienten mit Glioblastoma Multiforme – Ergebnisse einer Pilot Studie

Das Glioblastoma multiforme (GBM) ist der häufigste maligne Primärtumor des Zentralnervensystems und geht mit einer Aktivierung des Gerinnungssystems einher. Unklar in diesem Zusammenhang ist, ob D-Dimer, ein Fibrin-Spaltprodukt, mit der Tumoraktivität assoziiert ist und prognostische Bedeutung in Bezug auf das Gesamtüberleben hat. Wir untersuchten den Zusammenhang von Plasma D-Dimer Spiegeln und klinischen Endpunkten bei 23 Patienten mit histologisch verifiziertem GBM. Der Studieneinschluss erfolgte zwei bis drei Wochen nach neurochirurgischer Intervention und vor dem Beginn der adjuvanten Therapie (Radio-Chemotherapie). Innerhalb eines medianen Beobachtungszeitraums von 7,3 Monaten (Interquartilbereich, 3,5–22 Monate), starben 21 Patienten (91,3%). Erhöhte D-Dimer Plasmas Spiegel waren signifikant mit Gesamtüberleben assoziiert (log rank p = 0,002). Die Hazard Ratio für Patienten mit erhöhten D-Dimer Spiegeln lag bei 10.8 (95% Konfidenzintervall, 1,3–93,1; p = 0,03), verglichen mit Patienten mit niedrigeren Werten. Ähnliche, signifikante Ergebnisse fanden sich auch im Bezug auf das tumorprogressionsfreie Überleben (log rank p = 0.002). Erhöhte D-Dimer Spiegel war zusätzlich auch mit dem auftreten venöser Thromboembolien assoziiert (log rank p = 0,025). Bei Patienten mit GBM fanden sich Hinweise das D-Dimer Plasma Spiegel dem Überleben und der Tumorprogression assoziiert ist. Die Resultate vorliegender Pilot-Studie müssen anhand einer großen, prospektiven Studie bestätigt werden.

Matthias Hoke, Karin Dieckmann, Renate Koppensteiner, Martin Schillinger, Christine Marosi, Wolfgang Mlekusch, Wiener klinische Wochenschrift 7/8/2011

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