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Onkologie 1. Jänner 2011

Medikamentöse Therapien bei Patienten mit rezidivierten Glioblastomen: Versuch einer Standortbestimmung

Derzeit gibt es keine allgemeinen Therapierichtlinien für PatientInnen mit relapsierten Glioblastomen.

CHEMOTHERAPIE: erneute Therapie mit Temozolomide. Wick behandelte 64 PatientInnen mit 150 mg/m2 "one week on, one week off" und erzielte eine PFS-6-Rate von 43,8 % bei einer mittleren Überlebensdauer von 8,4 Monaten. Strik hat bei 13 PatientInnen, mit dem "5 aus 7 Tegwondo-Schema" behandelt wurden, eine PFS-6 von 39 %, OAS von 7,8 Monaten beobachtet. Perry berichtet über PatientInnen mit 50 mg/m2 ohne Pause.

BEVACIZUMAB: Vredenburgh et al. berichteten, dass mit Bevacizumab bei 35 PatientInnen mit relapsierten GBM rasche symptomatische Besserung, eine PFS-6 von 46 % und OAS von 8 Monaten in einer einarmigen prospektiven Phase-II-Studie erzielt werden konnte. In der BRAIN-Studie wurden 167 PatientInnen mit Bevacizumab mit oder ohne Irinotecan behandelt; die PFS-6 betrug 50 % für die Kombination versus 42 %. Die OAS war mit 8,7 vs. 9,2 Monate nicht signifikant.

EXPERIMENTELLE THERAPIEN: Derzeit werden mehr als 40 neue Medikamente im Rahmen von Studien geprüft.

SYMPTOMORIENTIERTE THERAPIEN: Aufmerksame symptomorientierte Therapie sollte bei jedem Kontakt mit einem Neuro-Onkologen ein wichtiges Anliegen sein.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Um die individuell angemessenste Therapie bei relapsiertem GBM auszuwählen, ist eine sorgfältige interdisziplinäre Evaluierung in einem Tumorboard notwendig.

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