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Onkologie 1. März 2010

Sklerosierende Mesenteritis, eine seltene Form eines retroperitonealen Tumors

Die sklerosierende Mesenteritis ist ein chronischer und extrem seltener entzündlicher Prozess, welcher vorwiegend im Dünndarmmesenterium auftritt, auch die Pankreasregion, das große Netz und das Retroperitoneum können befallen sein. Die Ätiologie und die Pathogenese der Erkrankung sind unbekannt, eine autoimmunologische Ursache wird diskutiert, weiters stattgehabte abdominelle Operationen, Trauma, Ischämie und Medikamente. Klinische Symptome sind unspezifisch und variieren zwischen Symptomfreiheit und verschiedenen abdominellen Beschwerden. Die radiologische Aufarbeitung zeigt keine typischen Zeichen, daher ist es sehr schwierig die richtige Diagnose zu finden. Oft ist eine chirurgische Biopsie zur Diagnosesicherung notwendig. Aufgrund des seltenen Auftretens gibt es keinen Konsens für die medikamentöse Therapie und viele Patienten werden nach Erfahrungswerten behandelt. Die chirurgische Therapie ist limitiert zur histologischen Diagnosesicherung und für das Management von Komplikationen. Wir berichten über einen 51 jährigen Patienten mit einem großen retroperitonealen Tumor. Die MR-Angiographie zeigte einen 9.7 × 7.7 × 5.9 cm großen Tumor über der Aortenbifurkation mit Einscheidung der Aorta und der Vena cava. Die CT-gezielte Biopsie war unschlüssig und erst eine chirurgische Biopsie konnte die Diagnose sklerosierende Mesenteritis verifizieren. Der operative und postoperative Verlauf waren unauffällig. Eine medikamentöse Therapie mit Prednisolon und Azathioprin wurde begonnen. Nach einer Nachbeobachtungszeit von 6 Monaten ist der Patient symptomfrei. Bei Patienten mit einem Tumor im Mesenterium oder retroperitoneal ist differentialdiagnostisch an eine sklerosierende Mesenteritis zu denken.

Peter Kornprat, Bernadette Liegl-Atzwanger, Horst Portugaller, Gerwin A. Bernhardt, Hans-Jörg Mischinger, Wiener klinische Wochenschrift 5/6/2010

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