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Nephrologie 1. Juni 2007

Personale Fähigkeiten von Peritoneal- und Hämodialysepatienten. Eine Pilotstudie unter Verwendung de

Vor allem bei chronisch Kranken wird der Aspekt der individuellen Persönlichkeit in zunehmendem Maße in verschiedenen klinischen Situationen zur Entscheidungsfindung herangezogen. Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung sind in höchstem Maße von moderner Medizin abhängig und gerade hier könnten solche Aspekte von großem Nutzen sein. Die Logotherapie und die Existenzanalyse wurden von Viktor Frankl ("die dritte Wiener Schule") entwickelt, der sie als Theorie über die Möglichkeiten und Bedingungen erfüllter Existenz verstand. Der Fokus dieser international anerkannten psychotherapeutischen Methode ist auf den "Sinn im Leben" ausgerichtet. In dieser Pilotstudie verwendeten wir die "Existenzskala" um die persönlichen Fähigkeiten "Selbstdistanzierung", "Selbsttranszendenz", "Freiheit" und "Verantwortung" bei Dialysepatienten zu untersuchen und verglichen im zweiten Schritt die Ergebnisse von Hämodialysepatienten mit den Ergebnissen von Peritonealdialysepatienten. Wir untersuchten eine gemischte Dialysepopulation (24 HD, 24 CAPD) in zwei österreichischen Zentren (Universitätsklinik Innsbruck und Wilhelminenspital der Stadt Wien). Die Ergebnisse der gesamten Dialysepopulation (n = 48) waren den von den Autoren der "Existenzskala" angegebenen Normwerten sehr ähnlich. Innerhalb dieser Gruppe jedoch schnitten CAPD-Patienten signifikant besser für die Subskala "Selbstdistanzierung" ab (p = 0.017). Dieser Unterschied spiegelte sich auch im Gesamtergebnis der Existenzskala wieder (p = 0.045). Diese Ergebnisse könnten ein erster Hinweis dafür sein, dass CAPD-Patienten "personale Fähigkeiten" besitzen, die sie für diese Behandlungsmodalität prädestinieren. Die Existenzskala könnte bei der Entscheidung HD vs. CAPD behilflich sein.

Johannes P. Schwaiger, Gertrude Kopriva-Altfahrt, Wolfgang Söllner, Paul König, Wiener klinische Wochenschrift

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