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Intrakoronare Bildgebung mit intravaskulärem Ultraschall (IVUS) kann bei DES-Implantationen und komplexen Läsionen die Ereignisrate weiter reduzieren.Dr. A. König / AG IVUS
 
Kardiologie 19. Juli 2016

Metaanalyse zeigt IVUS-Nutzen auch bei DES

Die ohnehin komplikationsarme DES-Implantationkann bei komplexen Läsionen durch IVUS noch weiter gesenkt werden, wie eine Metaanalyse zeigt.

In der Bare-Metal-Stent (BMS)-Ära konnte in verschiedenen randomisierten Arbeiten sowie in einer Metaanalyse gezeigt werden, dass die durch intravaskulären Ultraschall (IVUS) geführte perkutane koronare Intervention (PCI) zu einer Reduktion der kardialen Ereignisse (MACE) und der Revaskularisationsrate führt. Mit den aktuell verwendeten medikamentenfreisetzenden Stents (DES) zeigte sich in einer großen Netzwerk-basierten Metaanalyse, im Vergleich zu den BMS, eine signifikant reduzierte Ereignisrate und eine reduzierte Revaskularisationsrate. Aus diesem Grund ist die Frage, ob eine IVUS-geführte PCI auch bei DES zu einer weiteren Verbesserung des Outcomes führt, von extrem hohem Interesse.

Eine aktuelle Metaanalyse [1] untersuchte diese Fragestellung. Sieben randomisierte Studien mit insgesamt 3.192 Patienten wurden in diese Analyse eingeschlossen; sie wiesen überwiegend komplexe Läsionen, Hauptstammstenosen oder chronische Verschlüsse auf und wurden im Mittel 15 Monate nachverfolgt. Die mittlere Läsionslänge lag bei 32 + / - 5 mm. Die zugrunde liegende Diameter-Stenose war in beiden Behandlungsarmen gleich.

Unmittelbar nach PCI war der minimale Gefäßdiameter in der IVUS-geführten Gruppe signifikant größer als in der Angiografie-geführten Gruppe (0,92 vs. 0,88 mm, p < 0,0001). Analog dazu war die postprozedurale Diameter-Stenose signifikant geringer in der IVUS-geführten Gruppe. Eine Nachdilatation erfolgte häufiger in der IVUS-geführten Gruppe (63 % vs. 47 %, p < 0,0001).

Signifikante MACE-Reduktion

Hinsichtlich der klinischen Endpunkte konnte eine signifikante Reduktion der kardialen Ereignisse (MACE) nach IVUS-geführter PCI im Vergleich zur Angiografie-geführten PCI nachgewiesen werden (6,5 % vs. 10,3 %; OR: 0,60; 95 %-CI: 0,46 – 0,77; p < 0,0001). Der Hauptanteil der MACE-Reduktion gründet sich auf die Senkung der Revaskularisationsrate im behandelten Gefäß nach IVUS-geführter PCI (4,1 % vs. 6,6 %; OR: 0,60; 95%-CI: 0,43 – 0,84; p = 0,003). Weiterhin zeigte sich im Trend eine Reduktion der kardiovaskulären Mortalität, eine reduzierte Stentthromboserate sowie tendenziell ein geringeres Myokardinfarktrisiko. Allerdings sind die Fallzahlen hier extrem niedrig, sodass eine definitive Aussage nicht getroffen werden kann.

Die Autoren beurteilen zusammenfassend, dass auch bei der Implantation von DES, die per se bereits mit einer niedrigen MACE-Rate behaftet sind, insbesondere bei komplexen Läsionen (inklusive Hauptstammstenosen und chronische Verschlüsse) sowie langen Läsionen, die IVUS-geführte PCI der Angiografie-geführten überlegen ist. Dies kann möglicherweise vor allem an den durch IVUS-Kontrolle erreichten größeren postinterventionellen Gefäßdiametern liegen. Demzufolge sollte bei komplexen Läsionen eine IVUS-Untersuchung erwogen werden.

PD Dr. med. Tanja Rudolph Universitätsklinikum Köln, Kerpener Str. 62, 50937 Köln

[1] Elgendy et al. (Circ Cardiovasc Interv. 2016;9

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