zur Navigation zum Inhalt
 
Kardiologie 3. Juli 2015

Zukunftsmusik: Gefäßprothesen mit Transformerfunktion

An der TU Wien und der Medizinischen Universität werden Gefäßprothesen aus einem speziellen Elastomer-Material, das sich im Laufe der Zeit durch körpereigenes Material ersetzt, entwickelt. Am Ende dieses Umbauprozesses ist wieder ein natürliches, vollständig funktionsfähiges Blutgefäß entstanden. „Beidem neuen Material handelt sich um sogenannte thermoplastische Polyurethane“, erklärt Robert Liska vom Institut für angewandte Synthesechemie der TU Wien. Zur Herstellung der Gefäßprothesen werden Polymerlösungen in einem elektrischen Feld zu sehr feinen Fäden gesponnen und auf eine Spule aufgewickelt. „Die Wand dieser künstlichen Blutgefäße ist natürlichen sehr ähnlich“, sagt Heinz Schima von der MedUni Wien. Das Polymer-Gewebe ist leicht porös, daher sickert zunächst etwas Blut hindurch und reichert die Wand mit Wachstumsfaktoren an. Das begünstigt das Einwandern körpereigener Zellen. Im Rattenexperiment war die neue Methode bereits sehr erfolgreich. Sechs Monate nach der Implantation der Prothesen waren diese bereits von körpereigene Zellen besiedelt in körpereigenem Gewebe umgewandelt. „Es waren weder Aneurysmen noch Thrombosen oder Entzündungen festzustellen“, sagt Helga Bergmeister von der MedUni Wien.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben