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Kardiologie 3. Juli 2015

Osteoporose und Herz-Kreislauferkrankungen

Dem kausalen Zusammenhang von Osteoporose und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind Forscher der Medizinischen Universität Graz auf der Spur.

Etwa 600.000 bis 700.000 Menschen in Österreich leiden aktuell an Osteoporose oder haben ein hohes Risiko an Osteoporose zu erkranken. Zunehmend weisen Studien darauf hin, dass Störungen des Knochenstoffwechsels mit einer erhöhten kardiovaskulären Morbidität und Mortalität assoziiert sind. Umgekehrt sind auch die koronare Herzerkrankung sowie die Herzinsuffizienz mit einer verminderten Knochendichte sowie einem erhöhten Knochenbruchrisiko verbunden. Patienten mit einer verminderten Knochendichte könnten daher von einem Screening nach Herz- und Gefäßerkrankungen sowie entsprechenden spezifischen Therapiemaßnahmen profitieren. Auch könnte eine Abklärung von Störungen des Knochenstoffwechsels und die Einleitung einer entsprechenden Therapie bei Patientinnen und Patienten nach Schlaganfall oder Herzinfarkt sowie bei Herzinsuffizienz, das Auftreten von Frakturen verzögern oder verhindern. Mit dem Ziel, den zugrunde liegenden Mechanismen der Knochen-Herz-Verbindung näher zu kommen, wurden in einem interdisziplinären Projekt mehrere Studien durchgeführt. So wurden im Rahmen der Steirischen Bluthochdruckstudie [Hypertension. 2015 Mar 23. pii: HYPERTENSIONAHA.115.05319. (Epub ahead of print)] bei 500 Patienten neue Faktoren, die mit Gefäßerkrankungen in Verbindung stehen, analysiert. Ein weiteres Beispiel: Die EPATH Studie [BMC Endocr Disord. 2012 Sep 13;12:19.] untersucht bei Patienten mit primärem Parathyreoidismus die Effekte einer Aldosteronblockade mit Eplerenon auf das Herz-Kreislaufsystem und den Knochenstoffwechsel [Am J Med Sci. 2015 Apr;349(4):306-11].

Das Hormon Aldosteron wird zunehmen als Bindeglied zwischen Gefäßverkalkungen und einem erhöhten Osteoporoserisiko betrachtet. Erst kürzlich konnte nachgewiesen werden, dass gerade das Zusammenspiel zwischen Aldosteron und Parathormon das Risiko an einem kardiovaskulären Ereignis zu versterben, deutlich erhöht [Int J Cardiol. 2015 Apr 1;184:710-6].

Diese und weitere aktuelle Forschungsergebnisse wurden von den Arbeitsgruppen um Priv. Doz. Dr. Andreas Tomaschitz, Klinische Abteilung für Kardiologie, Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Stefan Pilz und Univ.-Doz. Dr. Astrid Fahrleitner-Pammer, beide von der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel der MedUni Graz, erarbeitet.

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