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Kardiologie 26. Mai 2015

ACS – invasives Management auch bei 85-Jährigen

 
 

In Studien zur Therapie bei akutem Koronarsyndrom (ACS) sind Patienten über 80 Jahre unterrepräsentiert. In der Praxis werden sie häufig weniger intensiv behandelt, als es die Leitlinien vorgeben.

Kardiologen in Norwegen haben in einer randomisierten Studie bei 458 hämodynamisch stabilen Patienten mit NSTEMI oder instabiler Angina, die im Schnitt knapp 85 Jahre alt waren, konservatives mit invasivem Management verglichen. In der invasiven Gruppe wurden die Patienten zum nächsten Herzzentrum gebracht, dort angiografiert, gegebenenfalls revaskularisiert und anschließend zügig in ihr Krankenhaus zurückverlegt. 107 Patienten wurden einer PCI unterzogen, die bei 90% über einen radialen Zugang erfolgte.

Einen primären Endpunkt (Herzinfarkt, Schlaganfall, Notfall-Revaskularisation oder Tod) erreichten im medianen Zeitraum von 560 Tagen 93 (41%) der invasiv und 140 (61%) der konservativ behandelten Patienten. Dies, so Studienleiter Dr. Nicolai Tegn aus Oslo, entspricht einer relativen Risikoreduktion um 52% (p = 0,0001). Den Unterschied machten vor allem weniger akute Herzinfarkte (39 vs. 69) und weniger Revaskularisationen (5 vs. 24) aus. Die Schlaganfall- und Todesraten waren statistisch gleich, wenngleich numerisch niedriger in der invasiven Gruppe. In beiden Gruppen wurden je vier schwere Blutungen registriert. Ohne Anstieg von Komplikationen verspricht ein invasives, leitliniengerechtes Management beim akuten Koronarsyndrom über 80-jährigen Patienten einen deutlichen Prognosevorteil.

 

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