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© bigshot/Christian Jungwirth
Univ.-Prof. Dr. Peter Siostrzonek, Linz
© Harrer

Mag. Christine Riederer, BHS, Linz

© Harrer

Die Live-Übertragung vom BHS in die voestalpine Stahlwelt wurde mit Spannung verfolgt.

 
Kardiologie 6. Dezember 2014

Hightech gepaart mit Teamkompetenz

Bei der Jahrestagung der AG Kardiologisches Assistenz- und Pflegepersonal stand Interdisziplinarität nicht nur in der Theorie im Vordergrund.

Hightech-Ausstattung als Basis, dazu ein eingespieltes, kompetentes Team als zentraler Erfolgsfaktor: Bei der 25. Jahrestagung der AG für kardiologisches Assistenz- und Pflegepersonal der ÖKG, dem größten Fachtreffen dieser Art in Österreich, erlebten mehr als 350 Teilnehmer eine beeindruckende Demonstration, wie rasch sich die Welt der Kardiologie aktuell wandelt.

Das Organisationsteam der kardiologischen Abteilung am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz (BHS) und der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG) hat dafür Österreichs erfahrenste Experten aus ärztlichem, pflegerischem und medizinisch-technischem Bereich als Referenten in die voestalpine Stahlwelt geholt. Der für einen medizinischen Fachkongress ungewöhnliche Veranstaltungsort in der multimedialen voestalpine Stahlwelt wurde durch den großen Ansturm Interessierter notwendig. „Wir haben mit etwa 180 Teilnehmern gerechnet“, sagte Mag. Christine Riederer, DGKS, Bereichsleitung Interne Intensivstation und Herzkatheterlabor, BHS Linz. „Als wir im Spätsommer bereits über 300 Anmeldungen hatten, war klar, dass die ursprünglich geplante Location im eigenen Haus aus allen Nähten platzen würde. Wir wechselten in die voestalpine Stahlwelt, deren High-Tech Ambiente gut zum Programm der Tagung passte.“

Live-Übertragung aus dem Herzkatheterlabor

So wurde als interaktives Highlight der Tagung live aus dem BHS-Herzkatheterlabor eine transradiale Katheteruntersuchung in den Vortragssaal übertragen. „Bei der von Oberarzt Andreas Winter durchgeführten Intervention wurden neben dem Ablauf der Untersuchung auch Tipps und Tricks der Armlagerung sowie die Möglichkeiten der FFR-Messung gezeigt“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Peter Siostrzonek, Vorstand der Kardiologie am KH der Barmherzigen Schwestern Linz. Im Anschluss an die Live-Übertragung, die bei den Kongressteilnehmern ausgesprochen gut angekommen ist, wurde über die pflegerische Nachsorge des radialen Zugangs referiert. Die Patienten sind sofort nach Beendigung des Eingriffs mobil. Stationsinterne Erfahrungen zeigen, dass durch den radialen Zugang die Aufenthaltsdauer sowie die Komplikationsrate reduziert werden konnten. Die Patienten können im Regelfall nach einem Tag das Spital schon wieder verlassen. „Wir haben den radialen Zugang 2011 etabliert“, so Siostrzonek. „Mittlerweile führen wir zirka 85 Prozent aller Herzkatheter mit transradialem Zugang durch. Nur bei interventionellem Klappenersatz oder Verschluss eines offenen Foramen ovale erfolgt der routinemäßige Zugang weiterhin transfemoral.“

Teamplayer sind in der Kardiologie unverzichtbar

Trotz oder gerade wegen des Vordringens immer innovativerer Technologien sowohl im ärztlichen als auch pflegerischen Bereich sind eingespielte Teams unverzichtbar. Was bei einem Herznotfall irgendwo im Land mit der Kooperation von Ersthelfern, Sanitätern und Notarzt beginnt, spiegelt sich auch im Spital wider. Im Herzkatheterlabor wie auch in der Intensivstation arbeiten Mediziner, diplomierte Pflegekräfte und radiologisch technische Fachkräfte eng zusammen. Viele Themen der Jahrestagung widmeten sich daher einer Optimierung dieser oft lebensrettenden Kooperationen. Entsprechend großem Raum war dem Management von kardiovaskulären Notfällen gewidmet, die anhand von Kasuistiken interdisziplinär rege diskutiert wurden. Auch innovative Technologien der Schrittmacher- und Klappenersatz-Therapie standen auf dem Programm.

Erstmals in diesem Rahmen wurden heuer die psychologischen Aspekte von Herzerkrankungen thematisiert. Eine einfühlsame Kommunikation und persönliche Zuwendung sind besonders bei herzkranken Patienten ein wichtiger Baustein der Therapie“, betonte OA Dr. Evelyn Kunschitz vom psychokardiologisches Kompetenzzentrum Hanuschkrankenhaus Wien. „Auch in der Prävention und Nachbetreuung sind psychologisches Know-How und Empathie von unverzichtbarem Wert.“

Auf großes Interesse stießen auch die Ausführungen von OA Dr. Hubert Wallner, Leiter des Katheterinstitutes am KH Schwarzach Sankt Veit. Er informierte über die iPad-unterstützte Patientenaufklärung bei Herzkathetereingriffen. Dieses interaktive Programm bietet Patienten wie auch Ärzten viele neue Möglichkeiten, nicht zuletzt im Hinblick auf eine bessere Dokumentation.

Auf Wiedersehen in Eisenstadt

„Eine Veranstaltung wie die Jahrestagung der Arbeitsgruppe Kardiologisches Assistenz- und Pflegepersonal ist eine gute Gelegenheit, die Zusammenarbeit unter Medizinern, Pflegekräften und medizinisch technischem Personal zu optimieren“, zieht Siostrzonek Bilanz. Unter den Besuchern fand sich auch Prim. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Berger, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin I, KH Eisenstadt. Eben dort wird 2015 die genannte Jahrestagung stattfinden. „Es wird schwer sein, wieder so viele Teilnehmer aus ganz Österreich anzulocken. Aber wir werden auch nächstes Jahr für ein attraktives Programm sorgen.“

Dass die heurige Tagung ein Jubiläum war – sie fand zum 25. Mal statt – wurde entsprechend gefeiert. Der Gesellschaftsabend fand im Veranstaltungszentrum Lederfabrik Linz statt. Auch dort war Teamarbeit gefragt, allerdings vor allem auf dem Tanzparkett.

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