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Kardiologie 22. August 2014

Leben retten macht Schule

Unter diesem Motto führt die Stadt Wien mit Schulstart 2014/2015erstmalig in Österreich in den dritten Schulstufen der Wiener Pflichtschulen einen obligatorischen Reanimationsunterricht ein.

Wiederbelebungsunterricht als Teil des Lehrplans in der Volksschule - mit diesem von der MedUni Wien wissenschaftlich begleiteten Projekt leistet die Stadt Wien in Zusammenarbeit mit einer Reihe an Partnern im österreichischen Kontext künftig Pionierarbeit im Kampf gegen den plötzlichen Herztod. Das Projekt orientiert sich an internationalen Best Practice Beispielen und sieht zwei 50-minütige Unterrichtseinheiten „Wiederbelebungsunterricht“ als Teil des Lehrplans vor.

Fächerübergreifendes Arbeiten

„Leben retten macht Schule“ ist viel mehr als nur ein Schulversuch: Das Projekt wird über einen Zeitraum von drei Jahren auch wissenschaftlich begleitet. Die wissenschaftliche und medizinische Unterstützung erfolgt durch die MedUni Wien - in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Innere Medizin II (insbesondere hier durch die Abteilung für Kardiologie), der Klinik für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie sowie der Klinik für Notfallmedizin. Im Rahmen dieses Projektes wird also nicht nur im Klassenzimmer fächerübergreifend gearbeitet, sondern auch im medizinischen Kernteam des Projektes, bestehend aus Dr. David Weidenauer von der Abteilung für Kardiologie, Dr. Mario Krammel von der Universitätsklinik für Anästhesie sowie Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schreiber und Univ.-Prof. Dr. Fritz Sterz von der Universitätsklinik für Notfallmedizin der MedUni Wien.

Ausgearbeitet und eingereicht wurde das Projekt von Dr. Weidenauer, der sich schon als Gründungsmitglied des Vereins Puls für Kinder engagierte. „Kinder haben eine natürliche Bereitschaft zu helfen“, so Weidenauer. „Deshalb, und weil Schulkinder durchaus schon in der Lage sind eine Notfallsituation zu erkennen, einen Notruf abzusetzen sowie einen Defibrillator einzusetzen, wurde die dritte Schulstufe ausgewählt. Laut Studien ist es wichtig, sehr früh mit dem Unterricht zu beginnen, selbst wenn die physische Eignung zur Durchführung der Herzdruckmassage noch nicht zur Gänze gegeben ist.“

Die Stadt Wien übernimmt die Finanzierung, die Helfer Wiens die Projektkoordination. Mit an Bord ist auch der Wiener Stadtschulrat. Den Unterricht übernehmen die Profis der Wiener Berufsrettung, des Samariterbundes, des Wiener Jugendrotkreuzes, der Malteser, der Johanniter sowie MedizinstudentInnen der Medizinischen Universität Wien.

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