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© Steinwender/Medtronic
So klein ist der sondenlose Schrittmacher Micra TPS™ von Medtronic.

© Tomislav Mesic

Doz. Dr. Clemens Steinwender, AKH Linz

 
Kardiologie 28. Mai 2014

First-in-Man-Erfahrungen mit einem neuen SLSM

Am AKH Linz wurde erstmals weltweitein Patient mit einem sondenlosen Schrittmacher versorgt. Fünf weitere folgten in kurzer Zeit.

Seit kurzer Zeit existiert ein neu entwickelter sondenloser Schrittmacher (SLSM), der mittels eines Kathetersystems über einen transvenösen Zugang in den Apex des rechten Ventrikels (RV) implantiert wird. Dabei wird die steroid-abgebende Stimulations-Kathode mittels 4 selbstexpandierender metallischer Haken am Endo-/Myokard fixiert. Der SLSM kann mittels VVIR-Modus stimulieren und hat eine erwartete Batterielaufzeit von 7 bis 15 Jahren. Wir berichten über die Machbarkeit, Sicherheit und den 1-Monats-follow-up bei den weltweit ersten Patienten, die diesen SLSM implantiert bekamen.

Patienten und Methoden

Die Implantation der SLSM (Micra TPS™, Medtronic Inc.) erfolgte über ein 23F sheath, das durch die rechte Vena femoralis in die Vena cava inferior vorgeschoben wurde. Durch das sheath wurde der SLSM auf seinem steuerbaren Implantationskatheter (IK) unter Fluoroskopie-Kontrolle zum Apex des RV dirigiert. Zur Fixierung des SLSM wurde am Griff des IK ein Schieber bewegt, der den an der Katheterspitze montierten SLSM freigibt und dabei dessen Verankerungs-Haken entfalten lässt. Durch gleichzeitigen Druck des IK gegen den Apex des RV verfangen sich die Haken im Myokard und fixieren damit den SLSM. Eine ausreichende Fixierung wurde durch Zug am SLSM mittels des noch mit ihm verbundenen IK nachgewiesen. Die endgültige Abkopplung des SLSM vom IK erfolgte erst nach nicht-invasiver Bestimmung der elektrischen Messwerte.

Ergebnisse

Ein SLSM wurde erfolgreich bei 6 Patienten (74-86 Jahre, 3 Frauen/ 3 Männer) mit der Indikation zur Implantation eines VVIR-Schrittmachers und erhaltener Linksventrikelfunktion im Apex des RV implantiert. Es gab keine erfolglosen Implantationsversuche. Die mittlere Prozedurdauer betrug 43 (73-26) Minuten. Die mittlere R-Wellen-Amplitude, Stimulationsreizschwelle und Impedanz betrugen bei der Implantation 13.72 mV, 0.48 V bei 0.24 msec Impulsbreite und 708 Ohm. Weder bei der Implantation noch im ersten Monat danach traten Komplikationen auf. Die elektrischen Parameter zeigten sich beim 1-Monats-follow-up entweder stabil oder verbessert (mittlere R-Wellen-Amplitude: 16.73 mV, Reizschwelle: 0.44 V bei 0.24 msec, Impedanz: 747 Ohm).

Schlussfolgerung

Die ersten Erfahrungen mit dem neuen SLSM Micra TPS™ bei Menschen belegen die Machbarkeit und Sicherheit seiner Implantation sowie dessen bisher kurzzeitige Effektivität. Diese Kriterien werden derzeit in einer laufenden multizentrischen Studie geprüft.

Diese Ergebnisse präsentiert Univ.-Doz. Dr.

Clemens Steinwender am Donnerstag, den

29. Mai, um 16:30 - 18:00 im Papagenosaal

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