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Kardiologie 1. Februar 2011

Influenza A(H1N1) Infektion und schwere kardiale Dysfunktion bei Erwachsenen: Eine Fallserie

HINTERGRUND: Während die virale Myokarditis und das Herzversagen anerkannte und gefürchtete Komplikationen einer saisonalen Influenza A Infektion sind, liegen bislang nur wenig Informationen über ein durch das 2009 Influenza A(H1N1) Virus induziertes Herzversagen vor. METHODEN UND HAUPTERGEBNISSE: Diese Fallsammlung fasst den Krankheitsverlauf von vier Patienten mit 2009 Influenza A(H1N1) Infektion zusammen, welche an unserer Klinik im Zeitraum von November 2009 bis September 2010 behandelt wurden. Alle Patienten präsentierten sich mit einer schweren kardialen Funktionsstörung (akutes Herzversagen, kardiogener Schock oder Herzkreislaufstillstand im Rahmen eines Kammerflimmerns) als das führende Symptom einer Influenza A(H1N1) Infektion. Zwei Patienten waren mit hoher Wahrscheinlichkeit kardial vorerkrankt, und drei benötigten eine Katecholamintherapie, um die hämodynamische Funktion zu stabilisieren. Mit Ausnahme eines Patienten der vor der Diagnosestellung der Influenza A(H1N1) Infektion verstarb, wurden alle Patienten mit einer antiviralen Therapie mit Oseltamivir und supportiver Intensivtherapie behandelt. Ein Acute Respiratory Distress Syndrom infolge der Influenza A(H1N1) Infektion trat bei einem Patienten auf. Die Herzfunktion normalisierte sich bei zwei Patienten und war bei einem Patienten noch bei Krankenhausentlassung eingeschränkt. SCHLUSSFOLGERUNG: Eine Influenza A(H1N1) Infektion kann mit einer schweren kardialen Funktionseinschränkung assoziiert sein. Diese kann sich sogar als führendes klinisches Symptom darstellen. Während einer Influenza Pandemie kann eine genaue Anamneseerhebung Grippeähnliche Symptome hervorbringen und sollte auch bei kritisch kranken Patienten mit akutem Herzversagen eine Diagnostik auf H1N1 Infektion veranlassen.

Jan A. Wiegand, Christian Torgersen, Stefan Bloechlinger, Jukka Takala, Martin W. Dünser, Wiener klinische Wochenschrift 3/4/2011

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