zur Navigation zum Inhalt
© Josef Muellek / fotolia.com
Ein kleiner Pieks, der schützen kann.
 
Impfen 21. Februar 2014

Ohne Grippeimpfung schneller auf die Intensiv?

Wahrscheinlichkeit erhöht.

Nicht gegen Grippe geimpft zu sein, erhöht offenbar die Wahrscheinlichkeit, intensivmedizinisch versorgt werden zu müssen. Das lässt die Auswertung von Befunden der Influenzasaison 2013/14 vermuten.

Nicht gegen Grippe geimpft zu sein, erhöht offenbar die Wahrscheinlichkeit, intensivmedizinisch versorgt werden zu müssen. Unter anderem haben Internisten und Notfallmediziner des Duke University Medical Center an ihrer Klinik in Durham in USA die Befunde von 55 Patienten ausgewertet, um Hinweise darauf zu erhalten, ob die Wahrscheinlichkeit, gegen Grippe geimpft zu sein, bei Patienten auf der Intensivstation verringert ist.

Verglichen wurde mit Patienten auf Stationen ohne intensivmedizinische Betreuung. In die Untersuchung einbezogen wurden die Daten aller zwischen 1. November 2013 und 8. Januar 2014 aufgenommenen Patienten, deren PCR-Test auf Influenzaviren positiv war. Im Median waren die Patienten 28,5 Jahre alt, der jüngste Patient zwei Monate, der älteste 101 Jahre (AJRCCM 2014; online 10. Februar).

In der zweiten Hälfte des Beobachtungszeitraums verzeichneten die Ärzte einen drastischen Anstieg der Zahl der in die Klinik aufgenommenen Grippepatienten. Mit einem Anteil von 87,3 Prozent waren die meisten von ihnen mit pandemischen H1N1-Viren infiziert. Nur 13 der 55 Patienten (23,6 Prozent) hatten sich spätestens zwei Wochen vor der Klinikaufnahme gegen Grippe impfen lassen. Diese Rate ist deutlich niedriger als jene von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) dokumentierten 36,5 Prozent in der Saison 2012/13 und 39,4 Prozent in der Saison 2013/14. Die meisten der in die Klinik in Durham aufgenommenen Patienten hatten Diabetes oder eine Lungen- bzw. Herzerkrankung.

Der Anteil der Geimpften war nicht nur unter den Klinikpatienten niedriger als im Landesdurchschnitt, sondern auch unter jenen Patienten, die intensivmedizinisch versorgt werden mussten. Das waren nur zwei von 22 Patienten (9,1 Prozent).

Zum Vergleich: Auf der normalen Station lag der Anteil der gegen Grippe geimpften Influenzapatienten bei 33,3 Prozent (elf von 33 Patienten). Ähnlich sah das Bild aus bei Patienten, die beatmet werden mussten im Vergleich zu jenen ohne Beatmung (8,7 versus 34,4 Prozent).

Nach Angaben der US-Ärzte stimmen diese aktuellen Daten mit früheren Beobachtungen überein. Sie stützten die These, dass eine Influenzaimpfung vor ernsthaften Erkrankungen schützt, die eine stationäre Versorgung erfordern. Insgesamt 45 Patienten (knapp 82 Prozent) der aktuellen Studie wurden antiviral mit Oseltamivir behandelt, 15 von ihnen allerdings erst 24 Stunden nach der Influenza-Diagnose oder sogar noch später.

Die Ärzte erinnern in ihrer Publikation daran, dass die CDC empfehlen, für die Entscheidung zur Influenzabhandlung nicht auf die Bestätigung der Diagnose durch Laborergebnisse zu warten. Indikationen seien die Notwendigkeit einer stationären Behandlung, fortgeschrittene Erkrankungen sowie Risikofaktoren für Komplikationen einer Influenza.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben